Wein-Mathematik: Muskateller plus Scheurebe gleich Musch

Maria Lehmann vom Weingut Lehmann in Diesbar-Seußlitz zeigt ihrem "Musch". Foto: Ulrich van Stipriaan

Maria Lehmann vom Weingut Lehmann in Diesbar-Seußlitz zeigt ihrem "Musch". Foto: Ulrich van Stipriaan

Unser Gastautor Ulrich van Stipriaan hat sich einen Musch vom Weingut Lehmann in Diesbar-Seußlitz schmecken lassen.

Von Ulrich van Stipriaan

Wir müssen jetzt über Musch reden. Das ist – nichts anderes kommt mir hier in die Kolumne! – natürlich ein Wein, und zwar einer von den Lehmanns aus Diesbar-Seußlitz. Da, am Anfang (oder Ende, je nach Reiseroute) der Sächsischen Weinstraße, sind Basti und Maria Lehmann auffallend aktiv (Maria Lehmann über sich selbst: „ ich bin öfters überall“). Rund um das Thema Wein passiert eine Menge: Weinwanderungen, Picknicks mit Wein und After-Work-Treffen, Engagement im Weinbauverband sowie außerhalb dieses Rahmens inklusive. Da muss man natürlich heutzutage auch immer was zu erzählen haben! Auch deswegen: Musch.

Eigentlich ist die Geschichte ja ganz einfach: Der Basti wollte immer einen Wein machen mit einem Wortspiel aus Muskateller und Scheurebe. Daraus wurde der Musch. Sicher ist diese Cuvée auch kein Zufall, denn die ehemalige Sächsische Weinkönigin (2017/18 war sie die 30. ihrer Art…) liebt die Sorten mit etwas Bukett und Fruchtigkeit.

Die aromatische Liason aus Muskateller und Scheurebe wurde zusammen vergoren. Die Trauben wuchsen oberhalb des Weingutes mit Blick zur schönsten Weinsicht. Was für Lehmanns sehr untypisch ist: der Wein ist komplett durchgegoren, ist also – pardon – furztrocken. Als Maria Lehmann 2022 bei uns im Podcast „Auf ein Glas“ zu Gast war, sagte sie noch: „Wir haben schon mal überlegt, das Weingut umzubenennen in plus zehn Gramm“, weil sie es eben prinzipiell eher nicht sächsisch-trocken mögen.

Aber wie ein Wein schmeckt, ist beileibe nicht eine Frage der Analytik. Kein Gramm Zucker bringt der Musch ins Glas, aber total viel Aromatik mit einer gewissen Spritzigkeit. Wobei wir, echt unbeabsichtigt, vielleicht doch wieder beim Kopfkino sind, das Musch auslöst. Das Etikett ist von Emilio Fornieles gestaltet. Der international bekannte spanische Künstler lebt und arbeitet seit 2022 in Meißen – da treffen sich auf dem Etikett also Regionalität und internationaler Anspruch ganz gut. 

Das Etikett des "Musch" knipst das Kopfkino an. Foto: Ulrich van Stipriaan
Das Etikett des "Musch" knipst das Kopfkino an. Foto: Ulrich van Stipriaan

Die Winzer im echten Leben: Weingut Lehmann, An der Weinstraße 28, 01612 Diesbar Seußlitz

Die Winzer im Netz: https://www.weingut-lehmann.de/start.html

Der Wein kostet ab Hof 13 Euro.

Weintipp fürs Wochenende: Das Weingut Lehmann ist eins der beiden sächsischen Vertreter auf der Weinmesse „Baden-Württemberg Classics“ am 18. und 19. April. Insgesamt laden zudem rund 40 Winzer aus Baden und Württemberg ein, ihre mitgebrachten 600 Weine und Sekte zu verkosten. Tickets für die Weinmesse gibt es für 20 Euro im Vorverkauf bei Eventim sowie an der Tageskasse. Die Verkostung der Weine ist inklusive. Wer mit Bus oder Bahn kommt und seinen Fahrausweis vorlegt, zahlt nur 10 Euro.

Ort: MARITIM Internationales Congress Center, Devrientstraße 10-12/Ostra-Ufer 2, 01067 Dresden Zeit: 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 20 €/10 Euro


Unser Autor Ulrich van Stipriaan ist bekennender Genussmensch. Seine profunde Weinkenntnis ist im Podcast „Auf ein Glas!“ zu hören. Ebenfalls unter stipvisiten.de finden sich Reiseberichte, Restaurantkritiken sowie Beiträge über Wein und Winzer. Weitere Weinempfehlungen können Sie auch Hier nachlesen.



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