Die Schülerin Emma Seefeld, hier noch im Probenkostüm, spielt den kleinen Prinzen. Foto: HO-Theater
Unser Gastautor Wolfgang Schaller empfiehlt den Besuch eines Klassikers für kleine und große Leute: „Der kleine Prinz“ hat am 7. Juni im Theaterhaus Rudi Premiere.
Eines der meistgelesenen Bücher aller Zeiten
"Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) ist eine der schönsten Geschichten für Kinder. Viele Eltern (und Großeltern) sind damit aufgewachsen und werden nun große Freude daran haben, sie gemeinsam mit ihren Kindern neu zu erleben. Immer wieder verblüffen die Ansichten des kleinen Prinzen, zum Beispiel über die Menschen: „Sie kaufen sich alles fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde gibt, haben die Leute keine Freunde mehr.“

Es spielt das H.O.Theater
Die Amateurtheatergruppe ist die älteste Dresdens und feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Seit 2002 hat sie ihr Domizil im Theaterhaus Rudi, dem städtischen Theaterhaus für Amateure. Die Neuinszenierung „Der kleine Prinz“ ist die erste Premiere im Jubiläumsjahr. Das Theaterstück nach der Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry wird in einer Bühnenfassung von Martin Chlupka gespielt. Rita Schaller, die Regisseurin, die seit 20 Jahren mit dem Ensemble arbeitet, bezieht sich auf eine andere Aussage des kleinen Prinzen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Und sie beschreibt ihre Motivation für dieses Stück mit den Worten: „In unserer Zeit, in der die materiellen Dinge oft eine übergroße Bedeutung haben, könnte die Suche nach diesem Unsichtbaren der Beginn eines Dialogs zwischen Eltern und Kindern sein.“ Und wenn es die Großeltern sind, die die Anregung zum Theaterbesuch geben und dann gemeinsam mit ihren Kindern und Enkelkindern (ab 9 Jahren) die Vorstellung besuchen – klingt das nicht fantastisch?. Infos zum H.O.Theater unter ho-theater.de.
Wann, wo und wieviel kostet es?
Premiere am Samstag, 6. Juni, 20 Uhr im Theaterhaus Rudi.
Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 7 Euro (z. B. für Schülerinnen und Schüler)
Infos zum Stück/Besetzung: www.theaterhaus-rudi.de
Zweite Premiere in anderer Besetzung am Sonntag, 7. Juni, 19 Uhr im Theaterhaus Rudi
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 6 Euro
Nach den Premieren wird in der gemütlichen Theaterkneipe gemeinsam mit dem Publikum gefeiert!
Altersempfehlung ab 9 Jahren
Adresse: Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2A/Ecke Leipziger Straße, 01139 Dresden
Antoine de Saint-Exupéry
Antoine de Saint-Exupéry war ein französischer Pilot, Schriftsteller und Philosoph. Als Pionier der nächtlichen Luftpostlinien überquerte er Wüsten, erlebte Abstürze und schrieb Werke wie „Nachtflug“ über Mut und Verantwortung. Im Zweiten Weltkrieg flog er für die Alliierten und verschwand 1944 spurlos über dem Meer nahe Marseille. Der Journalist Neil Clark zählte besonders „Der kleine Prinz“ zu den Texten mit „einigen der tiefsten Beobachtungen über die menschliche Existenz“.
Vorgestellt: Das H.O.Theater
In den Jahren 1976-2003 formte der Schauspieler Rudolf „Rudi“ Donath das Amateurtheater mit seinen Inszenierungen, die u.a. im Volkskunstpodium und im Societaetstheater gespielt wurden. Seit 2006 arbeitet die Schauspielerin, Regisseurin und Hochschuldozentin Rita Schaller mit dem Ensemble: „Theater mit Profis oder Amateuren – ich möchte die Zuschauer mit Themen erreichen, die sie unterhalten, erinnern, anregen und am besten sogar aufregen. Sei es in einer Komödie von Molière oder im Gegenwartsstück von Lutz Hübner.“ (Transparenzhinweis: Rita Schaller ist die Ehefrau des Autors)
Hans Diemer, Darsteller und Vereinsvorsitzender, reflektiert aus Anlass des Jubiläums: „Unsere Theatergruppe wird 50 Jahre alt. Hinter dieser Zahl verbergen sich unzählige Proben, Regieanweisungen und gelernte Zeilen Text. Tausende Zuschauer in hunderten Vorstellungen. Zahllose gespielte wie gelebte Emotionen – auf und hinter der Bühne. Und nicht zuletzt über 120 Engagierte, die in ihrer Freizeit ihrer Leidenschaft nachgegangen sind.“
In meinem Berufsleben als Intendant habe ich die Arbeit mit Amateuren vor allem im Rahmen der Theaterpädagogik gefördert. Besonders gern denke ich an die vielen großen Tanzprojekte der Staatsoperette zurück. Bis zu 100 Jugendliche verschiedener Dresdner Schulen tanzten in aussagestarken Choreografien ihre Sicht auf Themen unserer Musicals wie zum Beispiel „Jesus Christ Superstar“. Ich habe das Engagement von Amateuren immer bewundert, und deshalb besuche ich gern die Aufführungen im Theaterhaus Rudi. Dass die Landeshauptstadt Dresden dieses Theaterhaus betreibt, ist eine kulturpolitische Ausnahme und ein großes Verdienst.

Unser Gastautor Wolfgang Schaller. Foto: Privat
Unser Gastautor Wolfgang Schaller
Wolfgang Schaller, Jahrgang 1951, studierte Opernregie an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Er wirkte als Regisseur am Volkstheater Rostock und als Oberspielleiter des Musiktheaters am Theater Senftenberg, ab 1982 im Direktorat der Staatstheater Dresden und ab 1985 als Chefdisponent der Semperoper. 1994 wechselte er als Intendant ans Musiktheater Görlitz, 1999 ans Stadttheater Würzburg. Von 2003 bis 2019 war Schaller Intendant die Staatsoperette Dresden. Seit 2010 ist er Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.