Sollte kein Tabuthema sein: Von Inkontinenz sind viele Menschen betroffen. Foto: KI generiert/Volkssolidarität Dresden
Inkontinenz betrifft Millionen: Zum Internationalen Inkontinenztag am 30. Juni macht die Volkssolidarität Dresden auf ein Thema aufmerksam, das viele Menschen betrifft – und dennoch oft verschwiegen wird.
Inkontinenz ist kein Randthema. Nach Angaben der Deutschen Kontinenz Gesellschaft leben in Deutschland rund zehn Millionen Menschen mit unterschiedlich starken Formen der Inkontinenz. Erhebungen zur Harninkontinenz zeigen zudem: Durchschnittlich etwa 13 von 100 Erwachsenen sind betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit deutlich.
Inkontinenz ist noch immer mit Scham verbunden
Trotz dieser Zahlen ist Inkontinenz für viele Menschen weiterhin mit großer Scham verbunden. Betroffene sprechen oft nicht über ihre Beschwerden, ziehen sich zurück oder versuchen, die Situation im Alltag zu verbergen. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, Beschwerden zu lindern und den Alltag sicherer zu gestalten.
„Wichtig ist, dass wir Inkontinenz nicht als persönliches Versagen betrachten“, sagt Gregor Wittenburg, Bereichsleiter Ambulante Dienste der Volkssolidarität Dresden. „Für Betroffene ist die Situation oft mit großer Scham verbunden. Deshalb braucht es ein Umfeld, das nicht beschämt, sondern unterstützt. Wer ruhig, sachlich und würdevoll mit dem Thema umgeht, nimmt Betroffenen Druck und ermöglicht Hilfe.“

Aus pflegerischer Sicht kommt es vor allem auf einen individuellen Blick an. Inkontinenz kann viele Ursachen haben – etwa altersbedingte Veränderungen, Erkrankungen, Operationen, eine eingeschränkte Mobilität oder neurologische Ursachen. Sie sollte deshalb nicht vorschnell als unvermeidliche Alterserscheinung abgetan werden. Ärztliche Abklärung, geeignete Inkontinenzmaterialien, Hautschutz, regelmäßige Toilettenroutinen, Bewegung und gegebenenfalls Beckenbodentraining können helfen.
Wie können Angehörige bei Inkontinenz helfen?
Auch Angehörige können im Alltag viel tun:
- ruhig und respektvoll ansprechen,
- feste Toilettenzeiten unterstützen,
- Wege zur Toilette sicher gestalten,
- nachts für Orientierung sorgen,
- praktische Kleidung wählen
- und diskrete Entsorgungsmöglichkeiten schaffen.
- Entscheidend ist, Betroffene nicht zu beschämen, sondern Sicherheit zu geben.
Unterstützung durch die Volkssolidarität
"Unsere Pflegekräfte im Ambulanten Dienst erleben täglich, wie wichtig Diskretion und Fachwissen sind“, so Wittenburg. „Es geht nicht nur um die Versorgung mit Hilfsmitteln, sondern auch um Hautbeobachtung, Hygiene, Beratung und den Erhalt von Lebensqualität. Pflege heißt hier auch: Würde schützen.“
Ausführliche Informationen, praktische Tipps für Angehörige und Betroffene sowie Hinweise zur Kostenübernahme von Inkontinenz- und Pflegehilfsmitteln hat die Volkssolidarität Dresden in einem Ratgeber zusammengestellt: www.volkssoli-dresden.de.
Hinweis zur Versorgung: Inkontinenzhilfen wie Vorlagen, Pants oder Inkontinenzhosen können bei medizinischer Notwendigkeit ärztlich verordnet und über die Krankenkasse bezogen werden. Ergänzende Pflegehilfsmittel zum Verbrauch können bei vorhandenem Pflegegrad über die Pflegekasse abgerechnet werden. Unterstützung finden Interessenten bei den Ambulanten Diensten und Beratungszentren der Volkssolidarität im Wohnumfeld.
Die Volkssolidarität Dresden ist ein gemeinnütziger Sozial- und Wohlfahrtsverband, der sich seit seiner Gründung im Oktober 1945 für die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in Dresden und Umgebung einsetzt.
Mit einer Vielzahl von Dienstleistungen und Programmen arbeiten wir daran, älteren Menschen ein aktives, erfülltes und gesundes Leben zu ermöglichen.
Der Verband bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen und fördert das soziale Engagement und die Solidarität in der Gemeinschaft. Mit über 700 Mitarbeitern betreibt die Volkssolidarität Dresden Pflegeheime, ambulante Dienste, Tages- und Kurzzeitpflegen, leistet Haushaltshilfe, versorgt Haushalte durch ihr Angebot Essen auf Rädern, bietet Hausnotruf u.v.m.
Mit 573 Wohneinheiten in Dresden und Neusalza-Spremberg gilt sie als einer der größeren, lokalen Anbieter für Senioren- und Betreutes Wohnen in Dresden und Umgebung. Ferner fördern 11 Seniorenbegegnungsstätten durch tägliche Angebote stadtteilnah Begegnung, Beratung, Betreuung und Kultur. Im Auftrag des Freistaates Sachsen koordiniert die Volkssolidarität Dresden als Fachservicestelle Sachsen die Förderprogramme für Alltagsbegleitung, Nachbarschaftshilfe, anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag und für Selbsthilfe pflegender Angehöriger. Sie berät bzw. vernetzt sachsenweit Träger und Akteure. Im Verein Volkssolidarität Dresden leisten 2.500 Mitglieder sowie rund 500 Ehrenamtliche aktive Nachbarschaftshilfe, organisieren Veranstaltungen und schaffen damit Impulse für Eigeninitiative und Selbstverwirklichung im gesamten Stadtgebiet.