Auf dem Erlebnisweingut Schloss Wackerbarth reifen wunderbare Sekte im Keller. Foto: René Jungnickel
Sekt – ein prickelndes Wort voller Lebensfreude! Fasst es doch die Welt des Schaumweins in vier Buchstaben zusammen. Und verspricht so viel: Sekt ist die Veredelung des Weins, die moussierende Krönung der Weinherstellung. Sekt ist für Leidenschaft und Begeisterung, die man schmecken kann – auch auf Schloss Wackerbarth.
„Sekt-Weltmeister“ Deutschland
Ob zu Weihnachten oder Silvester, bei Hochzeiten, Geburtstagen oder anderen Anlässen – Sekt gehört für die Deutschen zu den besonderen Momenten des Lebens einfach dazu. Darum sind wir auch Weltmeister – wenn nicht im Fußball, dann zumindest im Sekttrinken. Laut Statistischen Bundesamt wurden im Jahr 2023 rund 267 Millionen Liter Schaumwein getrunken. Durchschnittlich trank damit hierzulande jede Person ab 16 Jahren knapp 5,0 Flaschen Schaumwein (0,75 Liter) oder 37 Gläser (0,1 Liter).
Sächsische Genusstradition
Im sächsischen Elbtal ist die Kunst der Sektherstellung seit 190 Jahren zu Hause. Im Jahr 1836, als in Frankreich die ersten Champagnerhäuser entstanden, hatten sächsische Winzer die findige Idee, in Radebeul eine Sektmanufaktur zu gründen. Damit legten sie hier den Grundstein für eine der ältesten Sekttraditionen Europas. Die notwendige Expertise für die Produktion feinster Schaumweine holten sich die Gründer direkt aus Frankreich. Der aus Reims stammende Kellermeister Johann Joseph Mouzon war ein bewährter Sekt-Fachmann und führte in der neu gegründeten Manufaktur die Produktion nach französischer Art ein. Dazu brachte er die klassische Flaschengärung, das ursprünglichste und bis heute hochwertigste Verfahren der Sektherstellung, aus seiner Heimat nach Radebeul.
Die Kellermeister von Schloss Wackerbarth führen diese Genusstradition meisterhaft fort. Nach seinem Vorbild vermählen sie noch heute ausgewählte sächsische Trauben zu prickelndem Genuss. Und das mit großem Erfolg: Europas erstes Erlebnisweingut gehört zur nationalen und internationalen Sektspitze und wird regelmäßig für seine klassischen Flaschengärsekte ausgezeichnet., u.a. wurde der Sekt "Hommage 1836 weiß extra trocken" Sieger in der Kategorie „Sekt trocken“ beim Meiningers Deutscher Sektpreis 2025.
Sekt-Tipps & Tricks von Wackerbarths Kellermeister Jürgen Aumüller
Wie kommt das Prickeln in den Sekt?
Das feine Perlenspiel im Sekt, die sogenannte Perlage, entsteht bei der zweiten alkoholischen Gärung, bei der aus Wein prickelnder Sekt wird. Bei der klassischen Flaschengärung, die französische Kellermeister vor 190 Jahren nach Sachsen brachten, reift der Sekt dabei mehrere Monate bis hin zu mehrere Jahre in der Flasche. Die so hergestellten Sekte überzeugen mit einer besonders feinen Perlage und sind daher bekömmlicher als andere Schaumweine.
Wie lange kann man Sekt lagern?
Jeder Kellermeister wünscht sich, dass seine klassischen Flaschengärsekte zeitnah getrunken werden. Im Gegensatz zu Wein werden Sekte nämlich nicht besser, wenn sie länger gelagert werden.
Wie kalt sollte man Sekt trinken?
Sekt wird grundsätzlich kälter als Wein getrunken. Für den besten Genuss empfehlen wir eine Trinktemperatur zwischen 6 und 8 °C. Wenn der Sekt jedoch zu stark gekühlt ist, wirkt sich das negativ auf den Geschmack aus. Denn dann können sich die Aromen nicht optimal entfalten.
Was kann man tun, wenn die Sektflasche nicht richtig gekühlt wurde?
Es gibt einen ganz einfachen Trick: Man stellt die Sektflasche in ein Gefäß – am besten einen Sektkühler – und füllt dieses mit Eiswürfeln. Anschließend gießt man etwas Wasser dazu und streut zwei Esslöffel Salz über das Eis. Durch die dabei entstehende Verdunstungskälte wird der Sekt innerhalb von zehn Minuten auf eine optimale Temperatur heruntergekühlt.
Welche Sektgläser empfehlen Sie?
Ideal für unsere Sekte sind bauchige Gläser, zum Beispiel Weißweingläser mit einem sogenannten „Moussierpunkt“. An dieser Stelle steigen die Perlen des Sekts wie an einer feinen Kette nach oben. Alternativ empfehlen wir tulpenförmige Sektgläser mit hohem Stiel. In solchen Gläsern kann der Sekt sein volles Bukett und seine feine Perlage am besten entfalten.
Wie schenkt man Sekt richtig ein?
Wir empfehlen, die Gläser vor dem Einschenken zunächst mit etwas Sekt „auszuspülen“. Wenn ein Sekt nicht richtig perlt, liegt das meist am Glas selbst. In diesem sind dann beispielsweise noch Rückstände von Spülmittel vorhanden. Um das schnelle Aufschäumen und Überlaufen zu vermeiden, empfehlen wir, das Sektglas zunächst zu einem Drittel zu füllen und kurz zu warten. Danach können Sie das Sektglas bis ca. 2/3 auffüllen.
Sollte man nun zu Silvester den Korken knallen lassen?
Wir drehen den Korken lieber langsam heraus. Beim Knallen kommt es durch den plötzlichen Druckverlust zum Überschäumen. Außerdem entweicht schlagartig zu viel Kohlensäure, sodass der restliche Sekt im Glas schneller schal wird.
Bringt der berühmte Löffel bei einer geöffneten Flasche wirklich etwas?
Daran scheiden sich die Geister. Eine geöffnete Flasche sollte mit einem Sektflaschenverschluss im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wenn die Flasche noch mindestens halb voll ist, kann sich die Kohlensäure noch gut einen Tag lang halten.
Was ist die spektakulärste Art, um eine Sektflasche zu öffnen?
Sicherlich das Sabrieren, also das Öffnen einer Sektflasche mit einem Säbel. Der Begriff „Sabrieren” leitet sich vom französischen Wort „sabre” für Säbel ab und hat seinen Ursprung in Frankreich zur Zeit Napoleons (1769–1821). Der französische Kaiser war ein großer Freund des prickelnden Genusses und soll der Überlieferung nach im Jahr 1812 nach einer gewonnenen Schlacht die erste Sektflasche sabriert haben. Um den Erfolg mit seinen Offizieren zu feiern, hat er seinerzeit wohl eine Champagnerflasche mit dem Säbel geköpft. Bis heute spielt die Kunst des Sabrierens in Frankreich eine große Rolle. Und auch nach Sachsen ist diese besondere Tradition gekommen. Mitgebracht hat sie der französische Kellermeister Johann Josef Mouzon, der erste Kellermeister der späteren Sektkellerei Bussard.
Ist Sekt nur zum Anstoßen gut? Bzw. Sekt und Speisen: Welcher passt wozu am besten?
Mit Sekt kann man nicht nur hervorragend anstoßen, sondern er kann auch einem Menü ein besonderes Prickeln verleihen. Ein Sekt-Menü offenbart ganz neue Sinnesfreuden: Zu Vorspeisen empfehlen wir einen frischen, animierenden Sekt wie unseren Riesling Brut Jahrgangssekt oder die Hommage 1836, zu Hauptgerichten einen Sekt, der mehrere Jahre klassisch in der Flasche gereift ist. Je nach Auswahl der Speisen kann dies ein Pinot-Sekt oder ein Rosé brut sein. Desserts wiederum werden von aromatischen Sekten mit etwas mehr Restsüße veredelt. Hier reichen wir einen Traminer- oder Scheurebe-Jahrgangssekt oder alternativ unsere „Gräfin Cosel” in Rosé.