Der Immobilienmarkt in Sachsen hat sich erholt. Foto: Freepik
Egal ob Sie selbst Eigentümer eines Hauses sind oder zur Miete wohnen - das Thema Immobilien ist immer in aller Munde. Wie sieht der Immobilienmarkt aktuell in Sachsen aus?
Nach einer Phase der Zurückhaltung hat er sich deutlich erholt. Dies ist das zentrale Ergebnis des Grundstücksmarktberichts 2025, den der Obere Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Sachsen veröffentlicht hat.
Der Bericht, der aktuell bereits im zehnten Jahr erscheint, bietet eine umfassende und verlässliche Analyse der Marktentwicklungen und dient als wichtige Orientierungshilfe - nicht nur für Wirtschaft und Verwaltung, sondern auch für Bürger, die Immobilien erwerben oder verkaufen wollen. "Ein Blick auf die Marktentwicklung zeigt, dass sich der Grundstücksmarkt spürbar verändert hat. Die Zahl der Grundstückskäufe ist von über 45.000 im Jahr 2014 auf rund 38.000 gesunken. Gleichzeitig ist das Verkaufsvolumen auf über 8 Milliarden Euro gestiegen, das ist ein Zuwachs von rund 35 Prozent. Diese Veränderungen sind Ausdruck eines Marktes, der sich stark wandelt", so Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landentwicklung.
"Die vergangenen Jahre waren von dynamischen Veränderungen geprägt. Nach einer Phase rückläufiger Transaktions- und Umsatzzahlen zeigte sich 2024 eine deutliche Belebung des lmmobilienmarktes im Freistaat Sachsen, insbesondere in den Großstädten Leipzig und Dresden. Mit rund 38.000 Kaufverträgen und einem Geldumsatz von über 8,1 Milliarden Euro konnte der Markt an frühere Umsätze anknüpfen und erreichte beim Geldumsatz wieder das Niveau von 2016", erklärt Matthias Kredt, Vorsitzender des Oberen Gutachterausschusses.
Ein starkes Signal für Sachsen
Die Analyse der Daten zeigt eine Stabilisierung bei den Kauffallzahlen und den Preisen für Bauland, das für den individuellen Wohnungsbau vorgesehen ist. Gleichzeitig verläuft die Preisentwicklung im Freistaat sehr heterogen. Während die Preise für Acker- und Grünland in vielen Regionen anstiegen, blieben die Werte für Reihen- und Doppelhaushälften weitgehend konstant. Besonders hohe Preise wurden erneut für sanierte Eigentumswohnungen im Erstverkauf in den Ballungszentren erzielt.
"Die Zahlen des aktuellen Grundstücksmarktberichts sind ein starkes Signal für Sachsen und zeigen die Widerstandsfähigkeit und Attraktivität unseres Freistaates als Wohn- und Wirtschaftsstandort", sagt Ronny Zienert, Präsident des Landesamtes für Geobasisinformation Sachsen. Mit der Publikation steht seit nunmehr zehn Jahren eine transparente und unabhängige Datengrundlage zur Verfügung. "Diese Transparenz ist der Schlüssel für kluge Investitionen, eine nachhaltige Stadt- und Landesentwicklung und gibt den Bürgern eine verlässliche Orientierung",so Zienert.
Der Grundstücksmarktbericht ist eine essenzielle Informationsquelle für alle Marktakteure, von Maklern, Banken und Investoren bis hin zur öffentlichen Verwaltung, die ihn für städtebauliche Planungen nutzt. Auch für private Käufer und Verkäufer bietet er eine objektive Grundlage, um sich einen Überblick über die Preislandschaft im Freistaat zu verschaffen. Gleichwohl ersetzt er nicht die detaillierteren, regionalen Marktberichte der insgesamt 13 örtlichen Gutachterausschüsse in ganz Sachsen und ist aufgrund seiner generalisierten Daten in der Regel nicht für die Wertermittlung konkreter Einzelgrundstücke geeignet.
Kennzahlen für das Jahr 2024
Im vergangenen Jahr wurden in Sachsen rund 38.000 Kaufverträge unterzeichnet, darunter Verträge für 5500 freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser und rund 2000 Reihen- und Doppelhaushalten. Leipzig und Dresden nehmen mit insgesamt knapp 10 000 Erwerbsvorgängen für rund 4,4 Milliarden Euro eine Spitzenposition ein, gefolgt vom Erzgebirgskreis, Zwickau und Mittelsachsen. Der Gesamtumsatz betrug über 8,1 Milliarden Euro. 14500 Hektar Grundstücksfläche wechselte in ganzSachsen den Besitzer. Spitzenreiter in der Fläche ist der Landkreis Bautzen. Die meisten unbebauten Grundstücke wurden im Erzgebirgskreis erworben, die meisten Kleingärten in Dresden, Bautzen, Görlitz, Meißen der Sächsischen Schweiz/Osterzgebirge.Baulandpreise: Die Preise für Bauland für den individuellen Wohnungsbau haben sich stabilisiert. Sie liegen im Mittel in den Landkreisen und in Chemnitz bei etwa 100 Euro pro Quadratmeter und in Dresden sowie Leipzig bei rund 300 Euro pro Quadratmeter.
Eigentumswohnungen: Sanierte Eigentumswohnungen im Erstverkauf (sanierter Altbau) erreichten in Leipzig und Dresden Spitzenwerte von über 6.300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.
Pro-Kopf-Umsatz: Im sächsischen Durchschnitt lag der Pro-Kopf-Umsatz bei 2.005 Euro (2023: 1.591 Euro). Leipzig nimmt mit rund 3.880 Euro je Einwohner die Spitzenposition ein.
Auf der Seite www.boris.sachsen.de steht der aktuelle Grundstücksmarktbericht kostenfrei zum Download zur Verfügung.