Naturwunder Agave - sie blüht nur einmal in ihrem Leben

Die Knospen an der Agave auf Schloss Wackerbarth haben sich geöffnet. Foto: Schloss Wackerbarth

Die Knospen an der Agave auf Schloss Wackerbarth haben sich geöffnet. Foto: Schloss Wackerbarth

Eine Agave blüht nur einmal in ihrem Leben - danach stirbt sie. Lassen Sie sich das kleine Naturspektakel nicht entgehen - diese Woche hat die 35 Jahre alte Agave auf dem sächsischen Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul ihre Blüten entfaltet.

Fast scheint es so, als hätte  die Agave auf Schloss Wackerbarth ihre Blüte zum Jubiläum des Weingutes aufgespart. In diesem Jahr wird auf Schloss Wackerbarth 190 Jahre Sekttradition in Sachsen gefeiert. Die Blüte ist das wohl außergewöhnlichste Geschenk zum Jubiläum - und ein äußerst seltenes Naturschauspiel nach dazu!

Auf Schloss Wackerbarth können Sie Wein genießen - und einen blühende Agave bestaunen. Foto: Martin Förster (DML-BY)
Auf Schloss Wackerbarth können Sie Wein genießen - und einen blühende Agave bestaunen. Foto: Martin Förster (DML-BY)

Agavenblüte ist etwas ganz 

Eine Agavenblüte ist etwas ganz Besonderes: Es kann Jahrzehnte dauern, bis es zu diesem prächtigen, aber nur wenige Wochen anhaltendem Naturwunder kommt. Wenn die Sukkulente  überhaupt zur Blüte gelangt. Daher auch ihr englischer Name: century plant - Jahrhundertpflanze.

Eine Agavenblüte ist bei den gemäßigten klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa keineswegs der Normalfall. Ursprünglich im südlichen Nordamerika bis ins nördliche Südamerika beheimatet, entwickeln Agaven in unserem „kühlen“ Klima ihre Blüte erst nach 30 bis 50 Jahren. 

Die Agave auf Schloss Wackerbarth ist etwa 35 Jahre alt und seit mehr als 15 Jahren auf Schloss Wackerbarth zu Hause. Mitgebracht hatte sie der damalige Weinbauleiter Andreas Kretschko. Seitdem wurde sie von Wackerbarths Gärtnern liebevoll gepflegt, gegossen und umsorgt.

Neben der guten Pflege hat auch das Klima im Elbtal dazu beigetragen, dass die Agave zur Blüte kommt: Mit rund 1.900 Sonnenstunden pro Jahr hat das Elbtal etwa 130 Sonnenstunden mehr als der Bundesdurchschnitt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 11 °C und ist damit 1 °C höher als im Bundesdurchschnitt.

Eine Agave kann bis zu 9000 Blüten bilden

Eine Agavenblüte ist spektakulär: Der Blütenschaft kann bis zu zehn Meter in den Himmel wachsen, an dessen Ende sich prächtige gelbe Blüten öffnen. Eine Agave besitzt dabei bis zu 9.000 Einzelblüten. Die Weingut-Agave reckte ihren Blütenstängel immerhin stolze sechs Meter in die Höhe. 

Was die gerade sichtbare Pracht noch wertvoller macht: Agaven blühen nur einmal im Leben. Die Agave auf Schloss Wackerbarth macht da keinen Ausnahme. Sie schenkt uns ihr besonderes Naturschauspiel also nur ein einziges Mal.

Agaven stecken all ihre Energie in das Ausbilden der Blüte, weshalb die Pflanze anschließend stirbt. Kleiner Trost: Die Blüte dauert mehrere Wochen.

Die Agavenblüte gilt als Zeichen des Glücks und übte schon in der Vergangenheit eine besondere Faszination aus. Sie wurde auf  Medaillen festgehalten, in Kupfer gestochen, in Gedichten erwähnt oder auch in Öl gemalt. 

Die meterhohe Agavenblüte auf Schloss Wackerbarth. Foto: Schloss Wackerbarth
Die meterhohe Agavenblüte auf Schloss Wackerbarth. Foto: Schloss Wackerbarth

Auch hier blüh(t)en Agaven 

Karlsruhe: 1747 blühte in den Lustgärten von Karlsruhe ein 26 Jahre altes Exemplar – als eine der ersten in Europa. Am Ende des Jahres 1746 hatte Markgraf Karl Friedrich von Baden (1728–1811) die Regierung angetreten. So sah der Karlsruher Hof die Blüte der Agave  als glücksbringendes Ereignis zum Regierungsantritt des neuen Herrschers.

Mehr als zehn Jahre nach der letzten Blüte konnte man 2008 im Botanischen Garten Karlsruhe wieder eine blühende Agave  bewundern. Auch diesmal war es ein besonderes Jahr: Man feierte den 200. Jahrestag der Gründung des Botanischen Gartens.

Nymphenburg:  Seit Mai diesen Jahres wird auch im Nymphenburger Schlosspark die Blütenbildung an einer fast 30 Jahre alte Agave mit Spannung verfolgt. 

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