"Sachsenpalmen"-Chef Martin Jentzsch inmitten seines "Palmenwaldes" in Wilsdruff. Foto: Tobias Koch
Angesichts des heißen Sommeranfangs denken Sie vielleicht darüber nach, welche Pflanzen in ihrem Garten gut mit hohen Temperaturen zurechtkommen. Oleander und Olivenbäume wecken sofort Urlaubserinnerungen vom Mittelmeer. Doch Sie können sich auch eine Palme in Kübel oder Garten holen - das Wilsdruffer Unternehmen "Sachsenpalme" bietet winterharte Palmen an, die (mit Ihrer HiIfe) auch Frost aushalten.
Sachsenpalmen aus Wilsdruff
Ortstermin in Wildruff-Limbach, Helbigsdorfer Straße. Auf einem ehemaligen LPG-Gelänge drängeln sich Fächerpalmen (u.a. Hanfpalmen, Washingtonpalme), Fiederpalmen (u.a. Dattelpalme, Geleepalme), Yuccapalmen & Co. Manche sind noch ziemlich klein, andere schon mannshoch. Mittendrin steht Martin Jentzsch. Der studierte Gartenbauer hat all diese Palmen selbst gezogen und im Extremfall bis minus 18 Grad "abgehärtet". Sein Unternehmen "Sachsenpalmen" bietet winterharte Palmen an, die auch bei Frost im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon gut durch den Winter kommen.
"Schon seit meinem Studium in Pillnitz habe ich Palmen selbst gezogen", erzählt Jentzsch von den Anfängen im Jahr 2003. Die Liebe zum exotischen Grün keimte lange - erst vor drei Jahren gründete der Zierpflanzengärtner seine Firma "Sachsenpalmen". In der Hauptsache sind das Hanf- und Zwergpalmen, aber auch Fieder- und Geleepalmen. "Ich möchte damit ein Stück Urlaubsgefühl zu Jedermann nach Hause bringen", sagt Jentzsch.
Doch wie gelingt ihm das? "Ich ziehe die Pflanzen selbst aus den Samen und mache sie von Anfang an mit unseren klimatischen Bedingungen vertraut. Alle Palmen sind von klein auf an Wind, Wetter und Frost gewöhnt. So entwickeln sie ein durchdrungenes Wurzelwerk und eine natürliche Widerstandskraft", erklärt der grüne Unternehmer.
Zusammen mit einer klugen Sortenauswahl ist das sein Erfolgsrezept. Ob im Freiland oder in seinen drei kalten Hallen - dicht an dicht drängen sich die Pflanzen zu einem Palmenwald. Von 20 Zentimeter großen Einjährigen bis zu seinem Prunkstück: "Eine rund 150 Jahre alte Chilenische Honigpalme, die ich mal aus Spanien mitgebracht habe." Wer sie haben möchte, muss gute 10 000 Euro ausgeben, zuzüglich Transportkosten. "Wird sie in diesem Sommer nicht verkauft, dann werde ich sie in meinen Garten einpflanzen, denn ein Transport ist bald nicht mehr möglich - so groß und vor allem schwer ist der Exot.
In der Regel aber verschickt Jentzsch Palmen bis 120 Zentimeter Größe via Post - und zu kleineren Preisen. In seinem Onlineshop sachsenpalmen.de gibt's die Exoten ab 90 Cent bis reichlich 100 Euro. "Die meisten Bestellungen kommen aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Ich habe aber auch schon einen Hotelier in Ecuador beliefert, der seine Palmensammlung erweitern wollte." Nicht zu vergessen die Stadt Dresden: "Sie bestellte vor drei Jahren zum Testen frostharte Hanf-Palmen für die Stadtbegrünung, eine Sachsenpalme sprießt am Fetscherplatz", freut sich Jentzsch.
Auch winterharte Palmen brauchen Schutz
Trotz aller Anhörung sind Schutzmaßnahmen im Winter erforderlich. Jentzsch empfiehlt:
+ Bringen Sie die Pflanzen an einen geschützten Ort. Idealerweise befindet sich dieser an einer Hauswand oder unter einem Vordach. Der Standort sollte ausreichend Sonne bieten und zugleich starken Wind oder Niederschlag abhalten.
+ Verwendung einer Umhausung - Wenn die Pflanzen nicht ins Haus oder einen Wintergarten gestellt werden können, bietet sich ein Gewächshaus als wärmende und schützende Umgebung in der kalten Jahreszeit an. Zudem eignen sich auch Körbe und Kisten gut als behelfsmäßige Umhausungen. Sie schützen vor extremer Witterung und regulieren zugleich die Temperatur.
+ Einsatz isolierender Abdeckungen - Alternativ können Schutzhüllen und Frostschutzfolien eisige Kaltluft abhalten. Diese speziellen Abdeckungen können aus Materialien wie Plastik, Sackleinen oder Vlies bestehen und um die Pflanze gelegt oder darüber gestülpt werden, um sie vor der Kälte zu isolieren. Wichtig ist, dass die Pflanzen darunter noch ausreichend durchlüftet werden.
+ Zusammenbinden der Blätter - Das Bündeln von Palmenblättern ist eine einfache, aber effektive Methode, um das Herz und die Krone gegen Erfrierungen, Wind oder Schnee zu schützen. Zunächst sollten hierfür die äußeren Wedel per Hand, nicht zu fest und mit ausreichend Zwischenraum, nach oben hin zusammengefasst werden. Anschließend werden diese dann mit einem Gummiband, weichen Seil oder Bindfaden zusammengebunden.
+ Mulchen um den Wurzelbereich - Mulchen ist eine einfache und schnelle Möglichkeit das Eindringen von Frost in den Boden wesentlich zu verringern. Verteilen Sie dafür eine großzügige Schicht Rindenmulch um die Pflanzen herum. Dies hilft den Boden warmzuhalten und die Wurzeln zu schützen.
+ Bedarfsorientiertes Gießen - Auch wenn die Pflanzen in der Winterruhe nicht so schnell wachsen, ist gelegentliches Gießen wichtig. Trockene Böden sind nämlich anfälliger für Frost. Die Erde sollte aber nur leicht feucht gehalten werden, da übermäßiges Gießen zu Schimmelbildung führen kann.
+ Regelmäßige Kontrolle - Vergessen Sie nicht, die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren, um bei Bedarf weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Entferne zudem abgestorbenes Laub oder bereits befallene Pflanzenteile. Dies hilft, Schädlinge und Krankheiten in Schach zu halten und sorgt für eine gesunde Pflanze im nächsten Frühling.
Mit ein wenig zusätzlicher Pflege und Aufmerksamkeit kommen so auch Ihre Sachsenpalmen wohlbehalten durch die kalten Monate.
Wer auch eine haben will: Vor Ort (Limbach, Helbigsdorfer Straße 4) können montags (16-17.30 Uhr) und von März bis September auch samstags (9-12.30 Uhr) Palmen selbst ausgesucht werden. Infos/Bestellungen unter www.sachsenplamen.de.
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