August 1961: Zwei Grenzpolizisten stehen hinter der Abriegelung am Potsdamer Platz. Foto: Stiftung Berliner Mauer/Christoph Schmidt-Kray
Der 13. August 1961 gehört zu den einschneidensten Ereignissen in der deutschen Geschichte. An diesem Tag wurde mit Stacheldraht und Zement Berlin geteilt - auf Anweisung der SED rückten Armee, Polizei und Kampfgruppen zum Mauerbau an.
Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten
„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, sagte Walter Ulbricht, Vorsitzender des Staatsrats der DDR. Das war am 15. Juni 1961 im bei einer internationalen Pressekonferenz in Ost-Berlin. Zwei Monate später, in den frühen Morgenstunden des 13. August, wurde West-Berlin mit Stacheldraht und Barrikaden abgeriegelt - von rund 15 000 Einsatzkräften. Verkehrsverbindungen wurden gekappt, Hauseingänge zugemauert, Stacheldraht gezogen. Ab dem 15. August wurde mit Betonelementen und Hohlblocksteinen die erste Mauer aufgebaut. Bis zur Friedlichen Revolution 1989 teilte die Berliner Mauer nicht nur die Stadt Berlin, sondern auch Familien und Freunde.

"Vor genau 65 Jahren wurde Deutschland mit dem Berliner Mauerbau geteilt, eine Teilung, die das Leben von Millionen Menschen veränderte. Die Berliner Mauer wurde zum Symbol für die Unfreiheit und die staatliche Unterdrückung in der DDR. Der Mauerbau am 13. August 1961 riss Familien auseinander und zerstörte Lebenswege. Es bleibt unsere Aufgabe, an dieses Unrecht zu erinnern und die Geschichten der Menschen lebendig zu halten. Sachsen trägt eine besondere Verantwortung für die Erinnerung an die deutsche Teilung und die Friedliche Revolution. Die Menschen, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen, haben Geschichte geschrieben. Ihr Mut zeigt uns bis heute: Freiheit ist nicht selbstverständlich. Sie zu bewahren und zu verteidigen, ist unsere gemeinsame Verantwortung"«, sagt Sachsens Kulturministerin und Stiftungsratsvorsitzende Barbara Klepsch.
Die Berliner Mauer forderte weit über 100 Todesopfer
Die Berliner Mauer forderte zahlreiche Opfer. Für die Grenztruppen der DDR galt bei "ungesetzlichen Grenzübertritten“ der Schießbefehl. Bei den Versuchen, die 155 Kilometer lange, bewachte Grenze in Richtung West-Berlin zu überwinden, wurden mindestens 136 Menschen getötet. Manche Quellen sprechen von 245 Opfern. Die genaue Zahl der Todesopfer an der Berliner Mauer ist nicht bekannt.
Das erste Todesopfer war Ida Siekmann, die am 22. August 1961 beim Sprung aus einem Fenster in der Bernauer Straße tödlich verunglückte. Die ersten tödlichen Schüsse fielen am 24. August 1961. Sie trafen den 24-jährigen Günter Litfin, der am Humboldthafen von Transportpolizisten bei beim Fluchtversuch erschossen wurde. Das letzte Opfer von Todesschüssen war mit Chris Gueffroy am 6. Februar 1989 zu beklagen.
Ungezählte Menschen wurden bei dem Versuch, aus der DDR zu fliehen, verletzt oder inhaftiert. Auch ihre Schicksale bleiben eine Mahnung an die Grausamkeiten des SED-Regimes. Rund 75.000 Menschen wurden wegen „ungesetzlichen Grenzübertritts“ vor DDR-Gerichten gestellt. Sie wurden mit bis zu acht Jahren Haft bestraft. Wer Hilfe zur Flucht leistete, musste mit lebenslangem Freiheitsentzug rechnen.
Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten setzt sich seit den 1990er Jahren intensiv für die Erinnerungskultur und die Aufarbeitung der Diktatur ein. Die geschaffenen Projekte und Gedenkorte würdigen sowohl die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als auch der DDR-Diktatur und leisten damit einen bedeutsamen Beitrag zur historisch-politischen Bildung. Staatsministerin Barbara Klepsch ist Stiftungsratsvorsitzende.
Gedenken in Berlin
In Berlin erinnern vom 13.-16. August Kulturprojekte an die Teilung der Stadt. Kulturprojekte Berlin und die Stiftung Berliner Mauer veranstelten ein Programm, das der Opfer gedenkt, Geschichte veranschaulicht und zugleich die Gegenwart in den Blick nimmt, indem Fragen nach Grenz- und Teilungsprozessen, nach Demokratie und Freiheit heute Betrachtung finden. Am Brandenburger Torladen eine Installation und die Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961–1990“ zur Auseinandersetzung mit der Berliner Mauer ein. In der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße, im Stasimuseum, in den Berliner Unterwelten und der Berliner Landeszentrale für politische Bildung finden Veranstaltungen statt, die unterschiedliche Perspektiven auf Mauer und Teilung thematisieren. Infos unter kulturprojekte.de. Umfangreiche Informationen liefert auch die Stiftung Berliner Mauer.