Die Karikatur von KA.Greve wurde Zweitplatzierte im bundesweiten Wettbewerb "Wer zuletzt lacht..." . Foto: KA.GREVE
Der bundesweite Karikaturen-Wettbewerb „Wer zuletzt lacht…“ bricht mit starren Altersbildern. Das sind die Gewinner des von der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen) augelobten Wettbewerbs - Sie dürfen gern schmunzeln. .
Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen - hat die besten Karikaturen ihres Wettbewerbes „Wer zuletzt lacht …“ ausgezeichnet. Ausgesucht (aus rund 560 Einsendungen) wurden zwölf Karikaturen, die sich satirisch mit einseitigen Altersbildern und Formen von Altersdiskriminierung auseinandersetzen. Es wurden Preisgelder im Gesamtwert von 30.000 Euro vergeben. Ziel des Wettbewerbs „Wer zuletzt lacht…“ ist es, die Vielfalt des Alters mit den Mitteln der Karikatur sichtbar zu machen. Der Karikaturen-Wettbewerb wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Das sind die Preisträger
Die jeweils drei Preistträger in vier Themenwelten sind: BECK, Karl-Heinz Brecheis, Michi Brezel, Uli Döring, Tom Fiedler, Katharina Greve, Til Mette, Ari Plikat, Almuth Schierwater, Bettina Schipping und Martin Zak.
Anlässlich der Preisverleihung sagte Staatssekretär Michael Brand: „Ältere Menschen bringen nicht nur Tonnen an Erfahrung und Kompetenz, sondern auch Tonnen an Humor mit. Immer stärker fließt auch das in die öffentliche Wahrnehmung vom Alter ein. Das eigene Bild – oder Zerrbild – vom Alter prägt den Blick auf andere, und es prägt dabei auch das Bild auf eigenes Älterwerden, auf das, was wir uns selbst im Alter zutrauen. Falsche und auch dumme Vorurteile über das Alter in Karikaturen zu verdichten, bringt nicht nur Lachen, sondern zudem auch Nachdenklichkeit hervor. Durch Überzeichnen von Klischees werden überkommene Vorstellungen zum Alter mit Humor ins Lächerliche gezogen und zurecht hinterfragt. Vor allem darin liegt der besondere Wert des Wettbewerbs ‚Wer zuletzt lacht…‘. Allen Teilnehmern kann man für diese ‚coolen‘ Beiträge nur gratulieren – sie liefern einen wichtigen, notwendigen und dabei humorvollen Beitrag zu unserem gesellschaftlichen Diskurs zum Alter.“
BAGSO-Vorstandsmitglied Hankewitz sagte: „Ob fit oder verletzlich, reich oder arm, digital affin oder lieber analog: Diese Eigenschaften sind keinem Lebensalter fest zugeordnet. Schematische Vorstellungen vom Alter gehen an der Wirklichkeit vorbei. Es ist Zeit für neue, differenzierte Altersbilder. Auf dem Weg dahin hilft es, stereotype Vorstellungen sichtbar zu machen, zu entlarven, zu entzaubern. Den Karikaturen, die heute als Preisträger gekürt werden, gelingt es in besonderer Weise, Klischees über das Alter offenzulegen.“
Eine unabhängige Jury wählte die ausgezeichneten Karikaturen in vier Kategorien aus 560 Beiträgen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus. Alle Preisträger-Karikaturen und die eingereichten Beiträge finden Sie unter www.bagso.de/wettbewerb
Kategorie 1: Zwischen ewiger Jugend und Verletzlichkeit
Platz 1: „Für immer dehnen“ von Michi Brezel

Auf dem schmalen Grat zwischen Fitness-Drang und Fitness-Zwang arbeitet sich dieses ältere Paar wacker voran. Dass er sich nach der Rumpfbeuge nicht mehr aufrichten kann, ist weniger komisch als die lakonische Beiläufigkeit, mit der sie eine massive Langhantel hält – physiologisch unmöglich!
Kategorie 2: Zwischen Kreuzfahrt und knapp bei Kasse
Platz 1: „Aktivrente“ von Tom Fiedler

Wer in einer Großstadt lebt, kennt das Bild: Straßenkunst an der roten Ampel, um mit einer Blitz-Vorführung ein paar Münzen zu ergattern. Muss der alternde Jongleur, den Gehstock neben sich liegend, etwas hinzuverdienen oder sucht er das Publikum? Oder beides? Das Paar im teuren Wohnmobil kennt dieses Problem offensichtlich nicht.
Dieser pointierte Kommentar zur Altersarmut und der Schere zwischen Arm und Reich bietet statt einfacher Antworten spielerische Denkanstöße. Schweres Thema, leicht verpackt und – nicht zuletzt – hervorragend gezeichnet.
Kategorie 3: Zwischen Boomern und Generation Z
Platz 1: „Boomer“ von Til Mette

Generationen sind Schubladen, vollgestopft mit Klischees über „die Alten“ und „die Jungen“. Hier bekommen alle ihr Fett weg. Nicht alle Jugendlichen sind politisch hellwach und sensibilisiert für jedwede Formen der Diskriminierung. Und es sind eben auch ältere Menschen, die geschlechtergerechte Sprache einfordern.
Platz 1: „Fitnessuhr“ von Martin Zak

Sie kontrolliert, er schummelt, beide freuen sich über die eigene Findigkeit. Auch unter den Bedingungen zunehmender Digitalisierung liefern die teils skurrilen Mechanismen älterer Paarbeziehungen gute Pointen. Ganz nebenbei führt der Autor den blinden Glauben an Apps vor: Es stimmt nicht alles, was auf einem Bildschirm zu sehen ist.
Der minimalistische Stil mit ausdrucksstarken Figuren und selbstbewusster Farbgebung in Anlehnung an die Simpsons-Tradition ist unverkennbar.
Über die BAGSO
Die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen vertritt die Interessen der älteren Generationen in Deutschland. Sie setzt sich für ein aktives, selbstbestimmtes und möglichst gesundes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein. In der BAGSO sind mehr als 120 Vereine und Verbände der Zivilgesellschaft zusammengeschlossen, die von älteren Menschen getragen werden oder die sich für die Belange Älterer engagieren.
Die Arbeit der BAGSO wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.