Sächsisches Wort des Jahres gesucht

Peter Ufer (l) und Toms Pauls laden als Liebhaber des sächsischen Dialekts zum "Gogelmosch"-Dialektival ein. Foto: PR

Peter Ufer (l) und Toms Pauls laden als Liebhaber des sächsischen Dialekts zum "Gogelmosch"-Dialektival ein. Foto: PR

Das Dialektival "Gogelmosch" feiert vom 30. September bis 4. Oktober im Dresdner Boulevardtheater und im Pirnaer Tom-Pauls-Theater den sächsischen Dialekt. Gesucht wird dabei auch das sächsisches Wort des Jahres. Jetzt sind Sie gefragt: Sie können Ihre Vorschläge bis 30. Juni einreichen.

Für die zweite Auflage des Festivals haben sich die Gastgeber Tom Pauls und Peter Ufer (neben der Kampagne "So geht sächsisch") prominente Unterstützung gesucht. Auf der Bühne können Sie die Dialektfluencerinnen Tina Goldschmidt (@schnappatmig) und Kristina vom Dorf (@Sachsen-Muddi), die bekannte Band „Zärtlichkeiten mit Freunden“, das Dresdner Comedy-Duo „Günther & Hindrich“, Comedian und Parodist Thomas Nicolai und der Grandseigneur des sächsischen Dialekts, Gunter Böhnke, erleben - und vor allem hören! Gemeinsam mit dem Publikum feiern Sie bei verschiedenen Veranstaltungen  auf humorvolle Weise den wohl schönsten Dialekt der Welt. Mehr Informationen unter: https://so-geht-saechsisch.de.

Das Sächsische Wort des Jahres 

Einer der Höhepunkte des Festivals: Das "Sächsische Wort des Jahres" wird verkündet. Und darauf können Sie Einfluss nehmen. Denn in diesem Jahr wird nicht nur das Jahreswort gesucht, sondern auch ein zweites Wort, das aus dem Bereich Handwerk stammt. Tausende von Vorschlägen gingen in den vergangenen Jahren bereits ein – aus über 5.000 Dialektwörtern darf die Jury rund um Tom Pauls und Peter Ufer im Jahr wählen. 2025 machten "Rabusche" (wegkommen) und "hubbn" (hüpfen) das Rennen.

  2026 wird nicht nur das sächsische Jahreswort gesucht, sondern auch ein Begriff, der das Handwerk auf besonders prägnante Weise beschreibt. Wortvorschläge können online über die Website des Mitteldeutschen Rundfunks eingereicht werden. Bis 30. Juni können Sie Ihre Vorschläge einreichen - online unter www.mdr.de/sachsenradio. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und überraschen Sie die Jury. 

Denn sicher geht es ihnen wie Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er schwärmt: „Wir Sachsen sind stolz auf unsere Dialekte“. Sie sind Teil unserer Geschichte und Kultur. Vom Erzgebirgischen über das Oberlausitzsche und das Vogtländische bis zum Dresdner und Leipziger Idiom: Sie alle sind wichtig für die tiefe Verbundenheit mit der Heimat, denn sie schaffen Nähe und bringen Menschen über Generationen hinweg zusammen.“

Und haben Sie es auch schon bemerkt? Immer mehr junge Menschen entdecken die Mundarten ihrer Heimatregion neu und nutzen sie selbstbewusst in den sozialen Medien. Klicken Sie doch mal bei Sachsen-Muddi oder schnappatmig rein. „Dass wir gemeinsam mit der nächsten Generation der Sachsen den Dialekt feiern, ist einfach nur bomforzionös“, freut sich Tom Pauls. „Das zeigt, dass die Mundart nicht in der Vergangenheit zurückbleibt, sondern in der digitalen Zukunft angekommen ist.

Das Gogelmosch Festival 

Das Gogelmosch-Dialektival bietet dafür die ideale Bühne, auf der generationenübergreifend unsere schöne Sprache und zugleich 15 Jahre Tom-Pauls-Theater gefeiert wird. Welche Künstlern können Sie  dabei erleben?

Tina Goldschmidt begeistert auf Social Media mit ihrem authentischen sächsischen Dialekt und einer großen Portion Selbstironie ein Millionenpublikum. In ihren Videos greift sie alltägliche Situationen auf und präsentiert diese charmant, direkt und typisch sächsisch. Ihre natürliche Art und die unverwechselbare Sprache sorgen dafür, dass sich viele Menschen mit ihren Beiträgen identifizieren. Mit Witz, Herz und regionalem Charme hat sie sich eine treue Community aufgebaut und zeigt, wie modern, unterhaltsam und sympathisch der sächsische Dialekt ist.

Kristina vom Dorf ist eine der prominentesten Verfechterinnen des sächsischen Dialekts. Als Autorin, Bloggerin und Influencerin macht sie als „Sachsen-Muddi“ den Dialekt für junge Leute zugänglich – ihre Videos gehen millionenfach viral. In ihrer Rolle schlägt sie auch Brücken zur Tradition, z. B. durch Clips, in denen sie Gedichte von Lene Voigt rezitiert. Mit über 80.000 Followern, viele davon Jugendliche, weckt sie Heimatstolz und bekämpft Vorurteile gegen den Dialekt.

Das Comedy-Duo Günther & Hindrich hat sich in den letzten Jahren nicht nur durch pointierten Humor, sondern vor allem durch seine klare Haltung zum sächsischen Dialekt einen Namen gemacht. In ihren Programmen greifen Günther & Hindrich typische Vorurteile gegenüber dem Dialekt auf und drehen sie humorvoll um. Statt sich über Eigenheiten lustig zu machen, zeigen sie, wie viel Ausdruckskraft und Witz im Sächsischen steckt. Mit ihrem aktuellen Bühnenprogramm „SIMPLYunkloar“ sind sie derzeit an vielen Orten in Sachsen und darüber hinaus unterwegs. Bekannt wurden die beiden auch u.a. durch ihre Kurzfilme Simply the Worst und Simply Devil.

„Zärtlichkeiten mit Freunden“ ist eine bekannte sächsische Band, die mit humorvollem Dialekt-Rock und skurrilen Texten punktet. Cordula Zwischenfisch und Rico Rohs mischen Musik mit Alltagsbeobachtungen aus Sachsen – und präsentieren das Ergebnis mit Wortwitz und in feinster sächsischer Mundart. 2024 gewann das Musik-Comedy-Duo den ersten ProSieben Bundesvision Comedy Contest für Sachsen – nur eine der über 20 Auszeichnungen, zu denen auch der Deutsche Kleinkunstpreis im vergangenen Jahr zählt.

Thomas Nicolai, Comedian, Synchronsprecher und Autor. Der gebürtige Leipziger ist vor allem für seinen feinen Humor, seine Wandlungsfähigkeit und seine große Liebe zur sächsischen Sprache bekannt. Mit zahlreichen Bühnenprogrammen, TV-Auftritten und Parodien begeistert er seit vielen Jahren ein breites Publikum. Besonders beliebt sind seine Übersetzungen der berühmten Asterix-Comics ins Sächsische. Mit Titeln wie „Asterix bei den Saggsen“ bringt Thomas Nicolai den gallischen Humor auf charmante und humorvolle Weise in den sächsischen Dialekt und zeigt dabei eindrucksvoll die sprachliche Vielfalt und den Witz der Region.

Gunter Böhnke gehört zu den bekanntesten Stimmen Sachsens. Über viele Jahre prägte er mit dem Kabarettensemble „academixer“ die deutsche Kabarettszene und begeisterte mit intelligentem Humor, feiner Satire und seiner unverwechselbaren sächsischen Sprachkunst. Besonders am Herzen liegt ihm die Pflege des sächsischen Dialekts, den er mit Charme, Witz und großer sprachlicher Leidenschaft einem breiten Publikum näherbringt. Mit seinen Büchern, Bühnenprogrammen und Lesungen ist Gunter Böhnke bis heute ein wichtiger Botschafter der sächsischen Kultur.

Gastgeber und Initiator Tom Pauls muss eigentlich nicht vorgestellt werden. Mit seiner Liebe zum sächsischen Dialekt begeistert er seit Jahrzehnten ein breites Publikum. Besonders populär wurde er durch seine Kunstfigur „Ilse Bähnert“, mit der er den Alltag der Sachsen humorvoll und pointiert auf die Bühne bringt. Tom Pauls verbindet Unterhaltung mit regionaler Kultur und trägt mit seinen Programmen dazu bei, die sächsische Sprache und Lebensart weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen.

Peter Ufer ist vor allem für seine Bücher über Sachsen, den sächsischen Dialekt und die Lebensart der Menschen in der Region bekannt. Mit viel Humor, Sprachgefühl und einem genauen Blick auf den Alltag erzählt er Geschichten, die gleichermaßen unterhaltsam und authentisch sind. In seinen Werken bringt Peter Ufer einem breiten Publikum regionale Besonderheiten und Traditionen aus Sachsen näher. Als Journalist und Moderator ist er zudem eine bekannte Stimme der Dresdner Kulturszene.



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