Thomas Sprung ist in Dresden mit seinem Suppenrad unterwegs. Foto: Sabine Mutschke
Im kalten Winter schmeckt eine heiße Suppe am besten - erst recht, wenn Sie mit viel Liebe gekocht wurde. So wie bei Thomas Sprung, der mit seinem Suppenrad seit über einem Jahr in Dresden unterwegs. An drei Tagen in der Woche verkauft der 60-jährige Ex-Sozialarbeiter an verschiedenen Standorten Suppen, die seine Frau Dörte kocht - für 5 Euro pro Portion.
Seit 2024 ist das Suppenrad unterwegs
Wer einmal als Sozialarbeiter gearbeitet hat, denkt vermutlich praktisch - auch bei der Preisgestaltung. "Ich hatte keinen Bock auf Wechselgeld - deshalb die runden fünf Euro. Und bei mir kann auch mit Karte gezahlt werden", sagt Thomas Sprung. Ob Kartoffelsuppe, Ingwer-Möhren-Suppe oder Linsensuppe - die Arbeitsteilung ist geregelt. "Meine Frau Dörte kocht, ich verkaufe die Suppen. Ich selbst kriege nur unseren Klassiker hin: Kartoffelsuppe mit Würstchen", lacht Sprung. Dafür ist er mit einem 400 Kilo schwerem E-Bike samt Anhänger unterwegs - eine Sonderausstattung aus einer Hamburger Manufaktur, aufgerüstet mit Eigenanbauten. Und die haben es in sich.
Spezialbau für heiße Suppen
Im Anhänger sind die großen Suppentöpfe untergebracht, die mit Gas im Wasserbad heiß gehalten werden. Direkt hinter Sprungs Fahrradsitz befindet sich eine große Box, die zum Verkaufsstand samt Dach ausgeklappt werden kann. Gummibänder halten zwei Lautsprecher-Boxen an den Dachstangen. Mini-Kühlschrank und Schubfächer für Besteck und Mehrweg-Schüsseln sind eingebaut. "Das Ganze funktioniert eigentlich wie eine Feldküche, nur dass ich zum Transport in die Pedale treten muss", sagt Sprung. Sein Motto: "Wir brocken ein, Du löffelst aus." In seinen 30 Jahren als Streetworker, Sozial- und Familienarbeiter war es vermutlich eher andersherum.
Wo parkt das Suppenrad?
Jeden Donnerstag bietet Sprung seine Suppen (Kartoffelsuppe gibt's immer) am Programmkino Ost in Striesen an. Die anderen Standorte wechseln, sind online unter suppenrad.de zu erfahren. Bis zu 30 Portionen gibt Sprung täglich aus. "Aber es könnten gern mehr sein. Ich habe ein bisschen unterschätzt, dass viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten, zu Hause selbst kochen", hatte der Suppenunternehmer auf mehr "Firmenesser" gehofft. Doch wer einmal gekostet hat, kommt sicher öfter vorbei. Wer seinen eigenen Behälter mitbringt, bekommt einen Suppenbonus. Alle anderen löffeln die Suppen aus Mehrwegtellern.
Suppenrad buchen
Man kann das Suppenrad aber auch für einen private Geburtstagsfeier, ein Firmenjubiläum oder Partys buchen. Bis zu vier Suppen a 50 Portionen können Dörte und Thomas anbieten. Sprung kann auch auf Bartresen mit Musikanlage umrüsten. Sprung fährt auch Firmen an - so hat auch schon Elaskon-Chef Tobias Schwald mehrfach seinen Mitarbeitern ein Essen spendiert. "Man kann das Suppenrad klassisch als Cateringangebot buchen, das Rad mieten und selbst kochen oder gemeinsam unter Anleitung eine leckere Suppe zaubern", stellt Sprung in Aussicht.
