Messemännchen, Fewa-Johanna, Minol-Pirol & Co

Der Dresdner Sammler Torsten Meisel mit dem großen Telelotto-Otto. InHänden hält er die Mux-Insektentod-Figur. Foto: Foto Koch

Der Dresdner Sammler Torsten Meisel mit dem großen Telelotto-Otto. InHänden hält er die Mux-Insektentod-Figur. Foto: Foto Koch

Kennen Sie die noch? Messemännchen, Minol-Pirol, Mux-Insektentod, Tele-Otto oder auch die Fewa-Waschfrau Johanna? Sie sind allesamt Werbe-Ikonen der DDR. Doch es gibt noch viel mehr Maskottchen und Symbol-Figuren, die für Produkte und Dienstleistungen aus den volkseigenen Betrieben warben. Der Dresdner Unternehmer Torsten Meisel hat sie (fast) alle. Knapp 800 Figuren umfasst seine beeindruckende Sammlung an Werbefiguren - und es werden immer mehr.

Den kenn ich doch

Ob aus Plastik, Holz oder Stoff, so klein wie eine Streichholzschachtel oder mannsgroß wie der Tele-Otto - in Meisels Mini-Museum drängeln sich die Figuren in den Vitrinen  oder davor.  "Als Kind hatte ich einen kleinen Minol-Pirol und einen Telelotto-Otto. Das Thema hat mich einfach nicht losgelassen", sagt Meisel lachend. Und es fasziniert noch mehr Menschen. "Gäste, die sich bei mir anmelden, staunen nicht schlecht, wie viele Werbefiguren es gibt. Längst nicht alle sind so bekannt wie das Messemännchen oder Kundi." Doch wird eines erkannt, klingen Wiederentdeckungsrufe wie "Den kenn’ ich" oder "Den hatte ich auch" Meisel in den Ohren.

Messemännchen und Putzi - Generationen sind mit ihnen aufgewachsen

Klar, denn ganze Generationen sind seit den 60er-Jahren mit Kundi aus dem Hygienemuseum aufgewachsen. "Mit dem Fernrohr hat er geschaut, ob sich die Kinder die Zähne putzen", lacht Meisel. Das Messemännchen mit dem Globus-Kopf erblickte zur Herbstmesse 1964 das Licht der Welt. "Der Minol Pirol war erstmals 1960 bei den Tausend Tele-Tipps im DDR-Fernsehen." Nur die Fewa-Frau, deren Waschpulver in Chemnitz erfunden wurde, gab es schon seit 1932. Meisels Liebling aber ist der weiße MUX-Insektentod-Geist. Zwei große Gipsfiguren, die als Deko von Drogerie zu Drogerie gereicht wurden, sind sein ganzer Stolz.

Torsten Meisel hat seinen Werbefiguren akribisch in Vitrinen geordnet. Zu jeder Figur kann er eine Geschichte erzählen. Foto: Foto Koch
Torsten Meisel hat seine Werbefiguren akribisch in Vitrinen geordnet. Zu jeder Figur kann er eine Geschichte erzählen. Foto: Foto Koch

Kurioses von Hochofen Max bis Weltfestspiel-Puppe

Zwischen Bekanntem steht Kurioses: Plastik-Bauarbeiter - "Souvenirs für die Bauarbeiter vom Palast der Republik". Daneben der Hochofen Max - für die jungen Leute, die in nur 90 Tagen die Wasserleitung zum Stahlwerk Maxhütte legten. Länderpuppen von den Weltfestspielen 1973. "Von den Weltfestspielen, die 1979 in Kuba stattfanden, wollte ich online eine Puppe kaufen. Doch als ich bei Paypal das Stichwort Puppe Havanna eingab, wurde ich gleich gesperrt", schüttelt Meisel den Kopf über den amerikanischen Boykott. Zu jeder Figur kann Meisel eine Geschichte erzählen - und vieles ist auf Meisels Internetseite ddr-werbefiguren-welt.de nachzulesen.

Auf der Jagd nach DDR-Werbefiguren

Meisels Sammlung ist noch längst nicht komplett. Seit seiner ersten Figur ist er auf der Jagd nach neuen "Brigademitgliedern". "Von jeder Figur gibt es außerdem verschiedene Größen und Ausführungen", gibt Meisel zu bedenken. Doch ob auf der Suche nach einer Interflug-Stewardess, einer Kundi-Figur aus Holz, Meister Malimo oder einem Fit-Tropfen - "im Internet werde ich meist fündig. Ich bin einfach kein Frühaufsteher, um fünf Uhr schon auf einem Trödelmarkt zu sein", lacht Meisel. "Das übernimmt für mich ein Freund."

Manchmal muss Meisel mächtig tapfer sein und für seine Werbelieblinge tief in die Tasche greifen. Ein großes Messemännchen kann schnell mal 250 Euro kosten, eine Fit-Figur 200 Euro. Doch nicht alles ist eine Frage des Geldes. "Viele Figuren sind einfach sehr, sehr selten. Zum Beispiel fehlt mir noch die Computer-Figur mit EDV-Streifen aus Sömmerda." Oder die Florena-Puppe aus Holz, die Bergmänner vom Mansfeld Kombinat, die Robotron-Kugelfigur oder auch den schwarzen Raben von den Leuna-Werken - sie alle hätte Meisel gern.

Vielleicht haben ja auch Sie noch eine Kiste oder einen Koffer mit "DDR-Nachlass" auf dem Boden oder im Keller. Schauen Sie doch mal nach. Torsten Meisel freut sich über Angebote für seine Sammlung. Per E-Mail an info@ddr-werbefiguren-welt.de können Besichtigungstermine im Privat-Museum vereinbart und Werbefiguren angeboten werden.

Ob Tintex, Fewa oder Mux - Torsten Meisel zeigt eine kleine Auswahl an DDR-WeTorsten Meisel hat seinen Werbefiguren akribisch in Vitrinen geordnet. Zu jeder Figur kann er eine Geschichte erzählen. Foto: Foto Kochrbefiguren für Haushaltschemikalien. Foto: Foto Koch
Ob Tintex, Fewa oder Mux - Torsten Meisel zeigt eine kleine Auswahl an DDR-Werbefiguren für Haushaltschemikalien. Foto: Foto Koch


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