Der Dresdner Mosaikbrunnen feiert 100. Geburtstag

Restaurator Klaus-Peter Dyroff  vor dem Mosaikbrunnen im Großen Garten in Dresden. Foto. Katrin Koch

Restaurator Klaus-Peter Dyroff vor dem Mosaikbrunnen im Großen Garten in Dresden. Foto. Katrin Koch

Seit 100 Jahren erfreut der Mosaikbrunnen im Dresdner Großen Garten Spaziergänger. Für das Wohlergehen des "Jungbrunnens" sorgt der Restaurator und Mosaikkünstler Klaus-Peter Dyroff - trotz Rente!

Ursprünglich sollte der Dresdner Mosaikbrunnen nur sechs Monate lang sprudeln, doch daraus wurden zehn Jahrzehnte! "Der Brunnen entstand anlässlich der Gartenbau-Ausstellung 1926. Der künstlerische Entwurf stammt vom Bauatelier Poelzig Potsdam, die Firma Puhl & Wagner war für die Ausführung verantwortlich", weiß Dyroff. Nach der Ausstellung sollte der Brunnen wieder abgebaut werden, doch die Stadt erkannte den künstlerischen Wert und beschloss 1929 seinen Erhalt.

Zu Recht, denn der Brunnen ist ein ganz Besonderer. Er ist mit rund einer halben Million Glas-Mosaiksteinen verziert - deren Farbspektrum von Braun über Grün, Blau und Orange bis hin zu Gold reicht. Die Fachzeitschrift Bauwelt bemerkte damals: „Das Besondere an dem Poelzig-Brunnen […] liegt darin, daß hier zum ersten Mal ein Material, und zwar Mosaik, verwendet wurde, das für eine so große monumentale Aufgabe noch niemals benutzt wurde.“ Das Grundgerüst des Brunnens - einen Konstrukt aus Betonhohlkörpern - wurden in der Berliner Werkstatt Puhl & Wagner gefertigt. 

"Ursprünglich war der Brunnen hohl", bestätigt Duroff, der seit 1983 den Brunnen unter seinen Fittichen hat. Dyroff  schätzt dessen Schönheit, kennt aber auch alle Makel. Die ersten Reparaturen fanden 1946 statt - durch Bombensplitter hervorgerufene Löcher wurden beseitigt. Seit etwa 1980 versiegte das Wasser im Brunnen. Sein Zustand war so schlecht, dass er trocken bleiben musste. Ende Dezember 1982 erstellte dann der VEB Denkmalpflege Dresden ein Gutachten zur Reinigung der Mosaiksteine. "Ab 1983 wurde der Brunnen mehrfach notgesichert und repariert, ab den 90er-Jahren im Auftrag des Freistaates", so Dyroff. Erst im neuen Jahrtausend wurde der Brunnen im Inneren verfüllt und stabilisiert, 2026 schließlich wieder in Betreut genommen. "Jetzt ist er in einem Zustand, dass er weitere 100 Jahre durchhält", versichert Katrin Gorka, Sachgebietsleiterin Ingenieurbau bei der SIB (Sächsisches Immobilien- und Baumanagement).

Jedes Frühjahr wird der Mosaikbrunnen von Dyroff per Hand geputzt. Mit einer Bürste - und Ameisensäure gegen den Kalk. "Außerdem ersetze ich verloren gegangene Mosaiksteine. Da geht immer mal was ab, manche Steinen finde ich im Becken, andere verschwinden einfach." Im Sommer wird der Brunnen aller vier, fünf Wochen gesäubert." Solange Dyroff noch rüstig ist, will er den Brunnen in seiner Obhut betreuen. Danach, so die Hoffnung, übernimmt seine Tochter Anna, die vier Jahre in Italien Mosaikkunst studiert hat, den Job.


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