Das Nymphenbad im Dresdner Zwinger wird restauriert

Das eingehauste Nymphenbad im Zwinger. Dahinter erfahren die Sandstein-Nymphen eine Schönheitskur. Foto: Carolin Baer, SIB

Das eingehauste Nymphenbad im Zwinger. Dahinter erfahren die Sandstein-Nymphen eine Schönheitskur. Foto: Carolin Baer, SIB

Der Zwinger gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Dresden. Ob Touristen oder Einheimische - Zehntausende Besucher bummeln jährlich durch das barocke Ensemble. Im Inneren sind Porzellansammlung, Gemäldegalerie Alte Meister und Mathematisch-Physikalischer Salon beheimatet. Zu den Außenanlagen zählt das Nymphenbad. Damit es in aleter Schönheit erstrahlt wird es gerade restauriert.

Wer neugierig ist und Steinbildhauern und. Restaurateuren auf die Finger schauenwill, wird allerdings enttäuscht. Die Schönheitskur entzieht sich den Blicken der Öffentlichkeit. Seit Anfang Juni schützt eine umfassende Einhausung die Brunnenkaskade vor Witterungseinflüssen. Dahnter arbeiten die  Steinbildhauer und Restauratoren aus der Zwingerbauhütte.

Die letzte große Sanierung des barocken Brunnens liegt fast zwei Jahrzehnte zurück. Sie wurde 2008 abgeschlossen.  Im Spätherbst dieses Jahres sollen die aktuellen Arbeiten beendet werden. 


Woran krankt das Nymphenbad?

Die jahrelange Nutzung des Brunnens hat sichtbare Spuren an der historischen Anlage hinterlassen. Der stetige Wasserfluss – jährlich von Mai bis Oktober – hat den weichen Sandstein gezeichnet, Flechten,  Moose und Algen haben sich angelagert und die Oberfläche angegriffen. Hinzu kommt: Das Auswaschen von Kalk aus den Fugenmörteln überzog die Skulpturen und Wnde mit hartnäckigen Schleiern.

So wird das Nymphenbad wieder schön gemacht

Um die Schäden zu beseitigen, kommen sehr spezialisierte, handwerkliche Verfahren zum Einsatz. Die störenden Kalkschichten werden behutsam in Handarbeit mit Knüpfel und Meißel sowie Bürsten entfernt und mit Ameisensäure gelöst. Organische Beläge werden mit Wasserdampf entfernt.

Die Entsalzung des Gesteins gelicht einer Banhdlung in einer Arztpraxis. Kompressen aus Zellstoff und Ton werden aufgelegt. Sie sind mit entmineralisiertem Wasser getränkt, sodass die  Salze aus dem Gestein herausgezogen werden. Dieser Vorgang muss mehrfach wiederholt werden, bis chemische Proben eine unbedenkliche Salzkonzentration bestätigen.

Parallel dazu formt das Team der Zwingerbauhütte bereits erodierte Steinpartien nach und fertigt detailgetreue Nachbildungen der sogenannten Prallsteine an, um die Originale dauerhaft zu schonen.

Die filigranen Balustradenfiguren sowie die zentrale Skulpturengruppen, die antike Meeresgötter und Nymphen darstellen, wurden mithilfe eines Krans demontiert. Sie werden direkt in den Werkstätten der Zwingerbauhütte restauriert, bevor sie im Herbst an ihren angestammten Platz zurückkehren.

Blick hinter die Einhausung des Nymphenbades. Foto: Carolin Baer, SIB
Blick hinter die Einhausung des Nymphenbades. Foto: Carolin Baer, SIB

Das Nymphenbad

Das Nymphenbad entstand zwischen 1712 und 1719 und wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann aus Sandstein aus dem Elbsandsteingebirge konstruiert. Fertig gestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich.

Im Nymphenbad ergänzen sich die beiden Hofkünstler Augusts des Starken, der Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann und der Bildhauer Balthasar Permoser, auf geniale Weise. Beide ließen Inspirationen aus dem Süden Europas einfließen. Das prächtige Ergebnis  ist die größte barocke Grottenanlage nördlich der Alpen.

Ab Spätherbst können Sie  wieder in einem Saal unter freiem Himmel die Nymphen beim Bade beobachten. 

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