Woran erkennen Sie ein gutes Blutdruckmessgerät?

Der TÜV Süd weiß, worauf Sie beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes achten sollten. Foto: TÜV Süd

Der TÜV Süd weiß, worauf Sie beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes achten sollten. Foto: TÜV Süd

Bluthochdruck gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten und bleibt oft lange unbemerkt. Regelmäßiges Messen kann dabei helfen, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und den Verlauf einer Therapie zu begleiten. Voraussetzung dafür sind ein geeignetes Blutdruckmessgerät und die richtige Anwendung. Worauf Sie beim Kauf und bei der Nutzung achten sollten, erklären die TÜV SÜD-Experten Stephan Kammermayer und Joachim Arzt.

Blutdruckmessgeräte zählen zu den Medizinprodukten. TÜV SÜD prüft seit vielen Jahren medizinische Messgeräte und unterstützt Hersteller dabei, Sicherheit, Genauigkeit und Qualität zu bewerten – auch für den Einsatz im häuslichen Umfeld.

Oberarm- oder Handgelenkgerät

Sie haben grundsätzlich die Wahl zwischen Oberarm- und Handgelenk-Blutdruckmessgeräten. Oberarmgeräte gelten als besonders zuverlässig, da sie näher am Herzen messen und weniger anfällig für Messfehler sind. „Für viele Anwender ist das Oberarmgerät die erste Wahl – vor allem, wenn sie möglichst verlässliche Werte möchten“, sagt der Produktexperte.

Geräte für das Handgelenk sind kompakter und eignen sich gut für unterwegs. Allerdings reagieren sie sensibler auf die Messposition. „Das Handgelenk muss während der Messung auf Herzhöhe sein. Schon kleine Abweichungen können die Werte verfälschen“, erklärt Joachim Arzt. Für ältere Menschen oder Personen mit Herzrhythmusstörungen empfehlen Fachgesellschaften in der Regel Oberarmgeräte.

Manschette: Passform entscheidet über die Messgenauigkeit

Ein häufig unterschätzter Punkt ist die Manschette. Wichtig ist, dass sie zur Oberarmgröße passt. Eine zu kleine oder zu große Manschette kann zu falschen Messergebnissen führen. Beim Kauf sollten Sie daher auf den angegebenen Armumfang achten und eine passende Größe wählen. Praktisch sind Manschetten mit Markierungen oder einer Sitzkontrolle, die anzeigen, ob sie korrekt angelegt sind. Viele Hersteller bieten unterschiedliche Manschettengrößen oder Universal-Manschetten an – ein Blick in die Produktbeschreibung lohnt sich.

Messkomfort und Zusatzfunktionen

Ein gutes Blutdruckmessgerät sollte einfach zu bedienen sein und über ein gut ablesbares Display verfügen. Sinnvoll sind außerdem Speicherfunktionen: Viele Modelle speichern mehrere Messwerte, in vielen Fällen auch getrennt für zwei Personen, und können Durchschnittswerte bilden. „Wer seine Werte regelmäßig dokumentiert, kann Veränderungen besser erkennen und diese gezielt mit dem Arzt besprechen“, so Arzt. Einige Geräte erkennen zudem unregelmäßige Herzschläge oder geben Hinweise zur Einordnung der Werte. Solche Funktionen können die Nutzung im Alltag erleichtern, ersetzen jedoch keine ärztliche Diagnose. Hilfreich können auch Anzeigen zur richtigen Körperhaltung oder Bewegungssensoren sein, die Messfehler frühzeitig anzeigen.

So messen Sie richtig

Selbst das beste Gerät liefert nur dann gute Werte, wenn korrekt gemessen wird. Joachim Arzt rät zu einer festen Routine: „Vor der Messung sollten Anwender ein paar Minuten zur Ruhe kommen.

Wichtig ist außerdem eine bequeme Sitzhaltung und ein abgestützter Arm.“ Während der Messung sollte man ruhig sitzen, nicht sprechen, die Beine nicht überkreuzen und die Manschette direkt auf der Haut oder über dünner Kleidung anlegen. Mehrere Messungen hintereinander und die Berechnung des Mittelwerts können die Aussagekraft zusätzlich verbessern.

Es wird empfohlen, möglichst immer zur gleichen Tageszeit zu messen – etwa morgens und abends – und die Werte über mehrere Tage zu vergleichen.

App-Funktionen: praktisch, aber Datenschutz beachten

Viele moderne Geräte lassen sich per Bluetooth mit einer App verbinden. Das kann hilfreich sein, um Messwerte automatisch zu speichern, Verläufe darzustellen und Daten beim Arzttermin vorzulegen. „Solche Funktionen sind bequem, entscheidend ist aber, dass Nutzer die Kontrolle über ihre Daten behalten“, sagt Kammermayer.

Wer App-Angebote nutzt, sollte auf transparente Datenschutzhinweise achten und prüfen, welche Berechtigungen die App verlangt. Wichtig ist außerdem, dass sich die Messwerte auch ohne App direkt am Gerät ablesen lassen.

Produktsicherheit im Alltag

Damit die Messergebnisse verlässlich sind, sollte das Gerät geprüft sein und den geltenden Anforderungen entsprechen. Orientierung bietet das blaue TÜV SÜD-Oktagon: Das Prüfzeichen bestätigt unter anderem die elektrische Sicherheit, die Qualität der Verarbeitung und die Zuverlässigkeit der Messung. Dazu zählen beispielsweise sichere Netzteile, eine stabile Isolation sowie Schutzfunktionen gegen Überhitzung oder Fehlströme. Auch bei batteriebetriebenen Geräten sind eine sichere Konstruktion, ein geschütztes Batteriefach, Verpolungsschutz und eine geprüfte Ladeelektronik bei Akkugeräten wichtig. Zusätzlich sollten Verbraucher darauf achten, dass das Gerät klinisch validiert ist. 

Mehr Infos unter tuvsud.com. Mehr zum Thema Bluthochdruck-Messung können Sie HIER nachlesen. 

Leben50-Tipp: Ihr Blutdruckmessgerät können Sie technisch überprüfen lassen. Einfach am 25. März 2026 Ihr Gerät in diesen Dresdner Apotheken abgeben: Apotheke im World Trade Center, Apotheke im Nausslitz-Center, Greifen Apotheke, Blue Merlin Apotheke. Die Geräte werden am 26. März geprüft. Werden keineAbweichungen festgestellt, erhält Ihr Gerät eine Prüfplakette. Die Geräe können dann ab 27. März wieder abgeholt werden. Unkostenbeitrag: 12 Euro. Die Kontrolle eines Blutdruckmessgerätes wird aller zwei Jahre empfohlen. 


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