So schützen Sie sich bei Hitze

Sonnenhut, Sonnenbrille und kühle Getränke schützen bei Hitze. Aufeinander zu achten, ist nicht minder wichtig. Foto: Tobias Koch

Sonnenhut, Sonnenbrille und kühle Getränke schützen bei Hitze. Aufeinander zu achten, ist nicht minder wichtig. Foto: Tobias Koch

Im "Jahrhundert-Sommer" 2003 gab es einige Tausend Todesfälle in Deutschland, die auf die große Hitze zurückzuführen waren. Davon waren besonders alte und pflegebedürftige oder kranke Menschen betroffen. Auch jetzt steigen die Temperaturen und sollen am Wochenende Rekordhöhen um 38 bis 40 Grad erreichen. Diese Hitze stellt Kreislauf, Haut und Allgemeimbefinden vor große Herausforderungen. Schützen Sie sich umsichtig vor zu großen Belastungen.

Die Grundlagen: Trinken und kühlen Alltag

- Trinken Sie regelmäßig Flüssigkeit, auch wenn Sie keinen großen Durst verspüren. Ideal sind Wasser, ungesüßte Kräutertees oder Mineralwasser. Vermeiden Sie übermäßigen Koffein- oder Alkoholgenuss. Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter pro Tag. Sind Sie unterwegs: Kostenfreies Trinkwasser wird in Geschäften und an Trinkbrunnen der Stadt Dresden angeboten. Eine Übersichtskarte finden Sie HIER.

- Verlassen Sie sich nicht auf die Nacht: Halten Sie Fenster, Jalousien und Vorhänge tagsüber geschlossen und schaffen Sie kühle Innenräume. Nutzen Sie wenn möglich Ventilatoren zur Luftzirkulation oder, falls vorhanden, eine Klimaanlage in Ihrem Wohnbereich.

- Nehmen Sie kühle Duschen oder reinigen Sie sich regelmäßig mit lauwarmem Wasser. Kühle Nacken- oder Handgelenkbereiche sowie feuchte Tücher auf Stirn, Nacken und Unterarme wirken oft beruhigend.

Kleidung, Ernährung und Alltagsrhythmus

- Bevorzugen Sie helle, leichte Baumwoll- oder Leinenstoffe und lockere Schnitte. Ein breitkrempiger Hut schützt Kopf und Gesicht vor starker Sonne. Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Filter.

- Essen Sie leicht, regelmäßig und wasserreich: Obst und Gemüse mit viel Flüssigkeit (z. B. Gurken, Wassermelone, Orangen) helfen, den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten, ohne den Magen zu belasten.

- Besondere Hygiene in der Küche ist wichtig, um zusätzliche Gesundheitsbelastungen durch in der Hitze verdorbene Nahrungsmittel zu vermeiden.

- Planen Sie körperliche Aktivität möglichst früh am Tag oder später am Abend. Vermeiden Sie sportliche Anstrengungen in der heißesten Zeit zwischen ca. 11 und 15 Uhr.

- Benutzen Sie Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor (LSF) +30 und cremen Sie regelmäßig nach.

Meiden Sie vor allem in der aufgeheizten Innenstadt Plätze, die keinen Schatten bieten und die die Wärme zusätzlich aufstauen.

Medikamente und gesundheitliche Vorsorge

- Manche Medikamente (z. B. Diuretika, Bluthochdruck- oder Diabetesmittel) können durch Hitze beeinflusst werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wie Sie Tropfen, Tabletten oder Insulin am besten bei Hitze einnehmen.

- Da an Hitzetage auch nachts die Temperaturen oft nicht abkühlen und eine Erholung ausbleibt, kann sich der Körper nicht richtig erholen. Als Folge der andauernden Hitzebelastung können Hautausschläge, Wadenkrämpfe und Schwellungen in den Beinen auftreten. Bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich verschlimmern oder neu auftreten. Typische Symptome für eine Belastung des Herz-Kreislauf-Systems sind Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit. Nehmen Sie in diesem Fällen medizinische Hilfe in Anspruch. 

- Mehr zum Thema Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzeschlag können Sie HIER nachlesen. 

Soziale Unterstützung und konkrete Angebote in Dresden und Sachsen

- In Dresden gibt es rund um Hitzeperioden öffentliche Orte, die kühl sind und eine kurze Pause ermöglichen: hallenbad-ähnliche Einrichtungen, Bibliotheken, Stadtteilzentren und Kirchengemeinden bieten oft Aufenthaltsräume mit angenehmer Temperatur. Informieren Sie sich bei Ihrer Stadtverwaltung oder dem Seniorenbüro Ihrer Stadtteile, welche Angebote aktuell bestehen.

- Die Stadt Dresden hat einen ausführlichen Ratgeber – ein Hitzeportal – erarbeitet, über das Sie sich online unter dresden.de informieren können.

- In Sachsen informieren der Deutsche Wetterdienst (DWD) und lokale Warn- und Gesundheitsdienste über Hitzeereignisse. Prüfen Sie bei Hitzewarnungen die neuesten Hinweise im Internet oder über offizielle Apps. Dort finden Sie auch Hinweise auf lokale Hotlines oder Beratungsangebote. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt mit einem zweistufigen System in den Sommermonaten vor Hitze, wenn eine bestimmte Temperaturschwelle überschritten wird. Dabei ist nicht allein die Temperatur entscheidend, sondern auch die Dauer der Hitzeperiode und die Höhenlage (Meter über Normal Null) des Orts. So erhitzt sich das Dresdner Elbtal schneller und intensiver, als zum Beispiel ein hochgelegener Landkreis, wie der Erzgebirgskreis. 

- Suchen Sie auch das Gespräch mit Nachbarinnen und Nachbarn, Familienangehörigen oder Pflegediensten. Ein kurzer Anruf oder Besuch kann helfen, frühzeitig Unterstützung zu organisieren. 


Notfälle und Notruf

- Ist jemand in akuter Gefahr oder besteht der Verdacht auf Hitzeerschöpfung oder -kollaps, wählen Sie sofort den Notruf 112. Für weniger dringende Fragen zu Hitze und Gesundheit können Sie sich an Ihren Hausarzt oder Ihre örtliche Apotheke wenden.


Persönlicher Hitze-Plan

Überlegen Sie sich vor dem nächsten Hitzetag einen kleinen Plan:

  • - Wo finde ich in Dresden/Sachsen eine kühle Zuflucht (Bücherei, Schwimmbad, Gemeindezentrum)?
  • - Welche regelmäßigen Getränke habe ich zu Hause bzw. unterwegs?
  • - Wer kann mich unterstützen (Nachbar, Angehörige, Pflegedienst)?
  • - Welche Warnzeichen sollte ich ernst nehmen und wann rufe ich einen Arzt?

Mit einigen einfachen Vorbereitungen können Sie auch heiße Tage entspannt begegnen .


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