Ein Organspendeausweis kann Leben retten. Foto: organspende-info.de
Exakt 64 Personen haben im vergangenen Jahr in Sachsen Organe gespendet. 187 Organe konnten für Transplantationen entnommen werden. 2024 waren es geringfügig mehr. Dem gegenüber standen jedoch Ende 2025 in Sachsen knapp 400 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan.
Es klingt wie eine Binsenweisheit: Organspender können Leben retten. Trotzdem gibt es weit mehr Menschen, die auf ein Organ warten, als Menschen, die postmortem spenden. Über 8000 Menschen warten in Deutschland auf ein neues Organ (Stand 2024), die meisten von ihnen warten auf eine Spenderniere.
Die Nierentransplantation ist die am häufigsten durchgeführte Organtransplantation in Deutschland. Im Jahr 2024 wurden 2.075 Nieren aus Deutschland sowie aus dem Eurotransplant-Verbund transplantiert, davon 632 im Rahmen einer Lebendorganspende. Zum Jahresende standen 6.397 Menschen auf der Warteliste für eine Nierentransplantation – 2.665 neue Fälle kamen im Laufe des Jahres dazu.
Zwar sehen die meisten Menschen eine Organspende grundsätzlich als positiv an - doch nicht einmal jeder Zweite hat dies in Form eines Organspendeausweises manifestiert. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im unteren Mittelfeld. In Ländern wie Spanien, Belgien und Frankreich gibt es deutlich mehr Organspenden. Positiv wirkt, wenn eine Spende grundsätzlich nicht proaktiv festgehalten werden muss, sondern nur bei Ablehnung widersprochen werden muss. Diese Diskussion ist in Deutschland noch in Gang.
Aktuell müssen Sie im Spendenfall ein ausgewiesener Organspender sein.
Wer kann Organspender werden?
Voraussetzung für eine Organspende ist, dass die verstorbene Person zu Lebzeiten zugestimmt hat - zum Beispiel auf einem Organspendeausweis, im Organspende-Register oder in einer Patientenverfügung.
Bei der verstorbenen Person der Hirntod festgestellt worden ist.
Eine Altersgrenze gibt es nicht, weder nach oben noch nach unten. Bis zum 14. Lebensjahr entscheiden Eltern über eine Organspende ihrer Kinder, danach können Jugendliche der Spende selbst widersprechen und ab dem 16. Geburtstag zustimmen.
Nur wenige Erkrankungen schließen eine Organspende aus.
Ärzte prüfen im Einzelfall, ob der Gesundheitszustand eine Organspende zulässt.
Der Organspendeausweis
Auf dem Organspendeausweis können Sie einer Organ- und Gewebespende zustimmen, sie ablehnen oder nur bestimmte Organe und Gewebe für eine Spende freigeben. Der Organspendeausweis hilft dabei, die eigene Entscheidung rechtlich verbindlich festzuhalten. HIER erhalten Sie aktuelle Informationen und Tipps zum Bestellen, Downloaden und Ausfüllen eines Organspendeausweises.
Das Organspende-Register
Das Organspende-Register bietet die Möglichkeit, Ihre Entscheidung zur Organ- und Gewebespende digital zu dokumentieren. Das Mindestalter für die Nutzung beträgt 16 Jahre. Für die Registrierung müssen Sie sich online ausweisen können - über die Onlinefunktion des Ausweises oder über die App Ihrer Krankenkasse. Hier weisen Sie sich mit Ihrer digitalen Identität (GesundheitsID) aus. Sie können Ihre Erklärung jederzeit einsehen, ändern oder löschen. Schon kann 550 00 Menschen haben sich seit der Einführung des Organspenderegisters 2024 darin eingetragen. Wie Sie sich eintragen können, erfahren Sie HIER.
Die Patientenverfügung
Auch in einer Patientenverfügung können Sie einen Organspende festlegen. Eine Patientenverfügung ermöglicht es Ihnen, wichtige medizinische Entscheidungen im Voraus zu treffen – auch zur Organspende. So sind Ihre Wünsche klar, auch wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, diese zu äußern. Doch was muss eine solche Verfügung enthalten, damit Ihre Entscheidung für oder gegen die Organ- und Gewebespende verstanden wird? Und wie vermeiden Sie Widersprüche, die im Ernstfall zu Problemen führen können? Das können Sie HIER nachlesen.
Weitere Informationen zum Thema erhalten alle Interessierten am Infotelefon Organspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) wochentags von 9 bis 18 Uhr unter 0800 90 40 400. Der Anruf ist kostenlos.