Bundesweiter Hitze-Aktionstag

Ein DRK-Mitarbeiter der Tagespflegeeinrichtung vom DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald in Luckenwalde reicht einer Seniorin ein Glas Wasser. Foto: DRK

Ein DRK-Mitarbeiter der Tagespflegeeinrichtung vom DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald in Luckenwalde reicht einer Seniorin ein Glas Wasser. Foto: DRK

Am 11. Juni will der bundesweite Hitzeaktionstag aufklären und informieren, wie man mit den steigenden Temperaturen besser umgehen kann und muss.

Der Sommer naht und mit steigenden Temperaturen wächst auch überall die Belastung durch Hitze - ob für Menschen am Arbeitsplatz, Kinder in Schulen oder für Senioren. Vor allem Arbeiten im Freien, aber auch in aufgeheizten Gebäuden können Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit beeinträchtigen. Und die Hitzeperioden nehmen infolge des Klimawandels zu.

Die Deutsche Umwelthilfe prüft jedes Jahr, wie gut Städte ab 50.000 Einwohner auf Hitze vorbereitet sind. Chemnitz, Dresden, Görlitz, Plauen und Zwickau schneiden dabei mittelmäßig, Leipzig schlecht ab.

Anzahl der heißen Tage steigt 

Während zwischen 1961 und 1990 im Schnitt fünf heiße Tage pro Jahr gezählt wurden, waren es von 2014 bis 2023 bereits 13. Tendenz: weiter schnell steigend! Hinzu kommt, dass mit einhergehend höhere Nachttemperaturen sowie einer entsprechenden Verstärkung des Phänomens durch den "Wärmeinseleffekt" der Städte die Erholung in der Nacht zunehmend erschweren. 

Die Folgen sind spürbar: Rund jeder fünfte Beschäftigte in Sachsen fühlt sich bei großer Hitze stark belastet – das entspricht etwa 436.000 Erwerbstätigen. Zwei Drittel berichten von deutlich eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Außerhalb der Erwerbstätigeit sind vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen, Kinder und schwangere Frauen von den gesundheitlichen Risiken heißer Tage betroffen.

„Auch in Sachsen treten heiße Tage und längere Hitzeperioden zunehmend häufiger auf. Viele Menschen unterschätzen die gesundheitlichen Risiken von Hitze. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder, ältere Menschen, wohnungslose Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Doch auch junge und gesunde Menschen können bei hohen Temperaturen schnell gesundheitliche Probleme entwickeln“, sagt Julia Henschel, Referentin Klimaanpassung beim DRK Sachsen.

Risikogruppe: Senioren und Pflegebedürftige 

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) ruft deshalb dazu auf, ältere Menschen besser vor Hitze und extremer Hitze zu schützen. Sie sollen in Hitzeaktions- und Katastrophenhilfeplänen besonders berücksichtigt werden, um hitzebedingten Gesundheitsgefahren entgegenzuwirken.

Neben Hitzeschutzplänen für alle Kommunen fordert die BAGSO eigene Hitzeschutzpläne für Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste. Sie unterstützen bei der zielgerichteten Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen im Vorfeld von Hitzeereignissen und während starker Wärmebelastung. Der Qualitätsausschuss Pflege hat dazu 2024 Empfehlungen vorgelegt. 

Die BAGSO appelliert an die Politik, auch durch städtebauliche Maßnahmen zum Hitzeschutz beizutragen. Studien zeigen, dass z. B. durch das Anpflanzen von Bäumen und die Schaffung von Wasser- und Grünflächen die Hitzebelastung reduziert und die Anzahl der hitzebedingten Todesfälle gesenkt werden kann. 

Empfehlungen des Deutschen Roten Kreuzes

Das DRK setzt in seinen Einrichtungen bereits zahlreiche Maßnahmen zum Schutz vor Hitze um. Dazu gehören angepasste Tagesabläufe in Kitas und Pflegeeinrichtungen, Verschattungskonzepte sowie die Förderung grüner Außenbereiche.

„In den heißesten Stunden des Tages vermeiden wir Aktivitäten im Freien. Gleichzeitig achten wir auf ausreichende Beschattung und möglichst naturnahe Außenanlagen. Viele dieser Maßnahmen lassen sich auch im privaten Umfeld umsetzen“, erklärt Hentschel.

Um gesundheitliche Belastungen durch Hitze zu vermeiden, empfiehlt das Rote Kreuz:

  • Direkte Sonneneinstrahlung und körperliche Anstrengungen während der Mittagsstunden möglichst vermeiden.
  • Ausreichend trinken! Insbesondere Kinder und ältere Menschen sollten regelmäßig Flüssigkeit zu sich nehmen.
  • Kopf und Nacken mit einer geeigneten Kopfbedeckung schützen.
  • Säuglinge niemals direkter Sonneneinstrahlung aussetzen.
  • Kinder möglichst im Schatten spielen lassen.
  • Während Hitzeperioden auf leichte und frische Verpflegung umsteigen.
  • Auch junge Menschen sind gefährdet

Warnzeichen eines Hitzeschlags können unter anderem eine erhöhte Körpertemperatur, heiße und trockene Haut, Schwindel, Verwirrtheit, Erbrechen oder Krämpfe sein.

Erste Hilfe bei Hitzschlag

„Gerade bei einem Hitzschlag, wenn die Körperkerntemperatur oft über 40 °C und die Haut trocken ist, handelt es sich um einen akuten lebensbedrohlichen Notfall.“, erklärt Erste-Hilfe-Ausbilder Heiko Petzold vom DRK-Kreisverband Dresden.  

Das Rote Kreuz empfiehlt:

  • Sofort den Notruf 112 verständigen
  • Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung die stabile Seitenlage anwenden.
  • Betroffene aus der Sonne an einen schattigen oder kühlen Ort bringen.
  • Enge oder wärmende Kleidung lockern und für Luftzufuhr sorgen.
  • Den Körper aber auch Kopf und Nacken kühlen (handwarm temperiertes Wasser), beispielsweise mit feuchten Tüchern, kühlen Umschlägen oder vorsichtigem Fächeln.
  • Nur bei vollem Bewusstsein Getränke anbieten
  • Atmung und Bewusstsein bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kontinuierlich kontrollieren.
  • Ist keine normale sowie keine Atmung vorhanden, unverzüglich mit der Wiederbelebung (Reanimation 30:2) beginnen und den Anweisungen der Leitstelle (Telefonreanimation) folgen.


Wichtig: Ein Hitzschlag darf niemals unterschätzt werden. Auch wenn sich die betroffene Person zunächst wieder besser fühlt, ist eine sofortige medizinische Versorgung erforderlich.

Abkühlung im Wasser – aber sicher

An heißen Tagen suchen viele Menschen Erfrischung an Seen und Teichen. Dabei sollten mögliche Gefahren nicht unterschätzt werden. „Fast 90 Prozent der Badestellen an Seen und Teichen in Sachsen werden nicht regelmäßig durch Wasserrettungskräfte überwacht. Deshalb ist es wichtig, besonders vorsichtig zu sein“, sagt Robert Wölk, Landesleiter der DRK-Wasserwacht Sachsen.

Vor dem Sprung ins Wasser empfiehlt die Wasserwacht, den Körper langsam abzukühlen. Der plötzliche Temperaturwechsel zwischen großer Hitze und kaltem Wasser kann den Kreislauf stark belasten.

Viele Infos und Ratschläge rund um den Hitzeschutz im Alltag können Sie HIER nachlesen. 


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