Jörg Kraut malt die Dresdner Neustadt in Öl und Aquarell

Jörg Kraut im "Kastenmeiers" mit einem Bild, das den Artesischen Brunnen in der Dresdner Neustadt zeigt. Foto: Katrin Koch

Jörg Kraut im "Kastenmeiers" mit einem Bild, das den Artesischen Brunnen in der Dresdner Neustadt zeigt. Foto: Katrin Koch

Der Dresdner Künstler Jörg Kraut malt den Alltag in seiner Stadt, am liebsten jedoch Szenen in der Neustadt. Seine Bilder sind noch bis 28. August im Restaurant "Kastenmeiers" im Hotel Kempinski zu sehen.

Augenblicke in einer Stadt. Momentaufnahmen der Dresdner Neustadt - festgehalten in Öl oder mit Aquarellfarben von Jörg Kraut. Der Martin-Luther-Platz ist fast menschenleer - es muss eine frühe Stunde sein. Auf einem zweiten Bild tummeln sich Kinder an Ort und Stelle - der Platz ist zum Leben erwacht. Vor dem Café "Oswaldz" an der Bautzner Straße genießen Gäste ein Frühstück. Auch davon gibt es mehrere Motive. Eine Familie schlendert zum Artesischen Brunnen am Albertplatz.....

Wer die Bilder des 62-jährigen Malers Jörg Kraut betrachtet, begibt sich auf einen Spaziergang durch Dresden - nur mit den Augen. Die Beine kann der Betrachter ganz gemütlich unter einen Tisch im Restaurant "Kastenmeiers" ausstrecken und eine Hummersuppe mit Garnele und Kartoffelstroh oder ein Steinbutt-Filet mit wildem Brokkoli genießen. 

Der belebte Martin-Luther-Platz in Dresden-Neustadt - so hielt ihn Jörg Kraut fest. Foto: Katrin Koch
Der belebte Martin-Luther-Platz in Dresden-Neustadt - so hielt ihn Jörg Kraut fest. Foto: Katrin Koch


Rund 30 Arbeiten von Jörg Kraut beleben die schlammfarbenen Restaurant-Wände unter dem eher nüchteren Titel "Stadtszenen". Schon der Titel lässt vermuten, dass Kraut kein Künstler ist, der ein großes Brimborium um seine Arbeiten macht. Er wirkt eher still und bescheiden. Und so wundert es auch nicht, dass seine Tochter die Arbeiten ausgewält hat, die im Lokal für optische Genüsse sorgen. "Zu Hause habe ich weit über 1000 Ölgemälde, Bleistiftzeichnungen und Aquarelle. Aber einige davon würde ich nie ausstellen oder gar verkaufen - zu sehr sind sie mir ans Herz gewachsen", gibt Kraut einen kleinen Einblick in seine große Künstlerwelt. 

Während seines Studiums zum Theatermaler wohnte Kraut kurze Zeit in einer Neustadt-WG. Vielleicht rührt daher seine Liebe zu dem lebendigen Szeneviertel. Heute lebt Kraut in Coswig und arbeitet seit über 30 Jahren im Team der Bühnenmalerei an der Staatsoperette. Dort hat er es eher mit großen Formaten zu tun. Was im Restaurat hängt, sind "kleine, gemütliche Formate. Ich male sie zu Hause, zum Entspannen", verrät Kraut.  

Kraut spaziert viel und oft durch Dresden - zu allen Jahreszeiten, immer auf der Suche nach Motiven, der richtigen Perspektive, dem richtigen Licht. "Dann mache ich Skizzen, auch schon mal ein Foto, oder aquarelliere vor Ort. Die Ölbilder aber entstehen zu Hause." Doch sie sind so aus dem Leben gegriffen, dass sich schon Neustadt-Bewohner auf einem Bild wiedererkannt haben. "Eine Dame erkannte in einem Hundehalter den Mann ihrer Freundin", lacht Kraut. Die Freundin hat das Bild dann auch gekauft.

Diese Dame mit Hund saß ausnahmsweise nicht in Dresden-Neustadt Modell - Kraut skizzierte sie im Urlaub in einer europäischen Metropole. Foto: Katrin Koch
Diese Dame mit Hund saß ausnahmsweise nicht in Dresden-Neustadt Modell -

Kraut skizzierte sie im Urlaub in einer europäischen Metropole. Foto: Katrin Koch

Gern bedient sich Kraut einem 70x100-Zentimeter-Format. Das passt auch in ganz normale Wohnungen und ist deshalb auch gut verkäuflich. Krauts wunderbare Dresden-Momente sind erschwinglich, kosten 350 bis 700 Euro. PS: Natürlich malt der Wahl-Coswiger Kraut auch Bilder aus seinem Wohnort. 

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