Bella Italia - italienischer Kultur-Herbst in Dresden

Bella Italia - Dresden feiert einen ilaienischen Kunstherbst. Ausschnitt aus dem Gemälde "Orangenzweig" von Sophie Prell. Foto: SKD

Bella Italia - Dresden feiert einen ilaienischen Kunstherbst. Ausschnitt aus dem Gemälde "Orangenzweig" von Sophie Prell. Foto: SKD

Bella Italia – die Staatliche Kunstsammlungen Dresden feiern einen italienischen Herbst gemeinsam mit der Semperoper und Dresdner Philharmonie.

Dresden und Italien verbindet eine jahrhundertelange Kulturgeschichte. Bereits die sächsischen Kurfürsten begeisterten sich für italienische Kunst und holten Maler, Bildhauer und Architekten aus Italien nach Dresden. Bis heute ist dieser Einfluss im Stadtbild und im kulturellen Leben spürbar: in der prachtvollen Barockarchitektur ebenso wie in den weltberühmten Kunstsammlungen und den musikalischen Traditionen. Der Name Elbflorenz, das Italienische Dörfchen und die seit 1978 bestehende Städtepartnerschaft mit Florenz zeugen von dieser langjährigen Beziehung.

An diese Tradition anknüpfend, richten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) in diesem Herbst ihren Blick auf „Bella Italia“. Neben dem großen Ausstellungshighlight „Correggio. Berührend menschlich“ widmen sich zahlreiche Präsentationen und Veranstaltungen unterschiedlichen Aspekten italienischer Kunst und Kultur.

Zusätzlich bieten die Spielpläne der Semperoper Dresden und der Dresdner Philharmonie reichlich Gelegenheit, die musikalische Welt Italiens neu oder wiederzuentdecken.     

Corregio im Zwinger

 „Correggio. Berührend menschlich“, 19. September 2026 bis 10. Januar 2027, Gemäldegalerie Alte Meister, Semperbau

Antonio Allegri (1489–1534), bekannt unter dem Namen seines Geburtsortes Correggio, prägte die europäische Malerei der Neuzeit durch seine außergewöhnliche Lichtregie und die bestechend sinnliche Nahbarkeit seiner Figuren. Neben Leonardo, Raffael und Michelangelo zählt er zu den bedeutendsten Künstlern seiner Zeit. Seine vier größten Tafelbilder befinden sich in Dresden, darunter die Heilige Nacht (um 1528/30), die lange als berühmtestes Gemälde Europas galt.

Ausgehend von diesem weltweit einzigartigen Bestand und der jüngst abgeschlossenen Restaurierung der Madonna des heiligen Sebastian präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister die erste umfassende Überblicksausstellung außerhalb Italiens zu Correggios Schaffen. Die Schau vereint über 100 Werke, darunter bedeutende Leihgaben aus dem Prado, dem Louvre, den Uffizien und der Londoner National Gallery.

Unbekanntes im Residenzschloss

„Unbekanntes aus Italien. Zeichnungen des 16. Jahrhunderts neu erforscht“, 12. September 2026 bis 3. Januar 2027, Studiolo, Renaissanceflügel

Das Kupferstich-Kabinett der SKD zeigt bisher weitgehend unbekannte italienische Zeichnungen des 16. Jahrhunderts. Anhand von 25 Blättern werden die Ergebnisse eines umfangreichen internationalen Forschungsprojekts präsentiert, in dem über 700 Arbeiten dieser Epoche aus dem Bestand des Museums erstmals systematisch erschlossen und katalogisiert wurden.

Im Fokus stehen ausgewählte Entdeckungen dieser Forschung. Zu den Höhepunkten zählt „Der Heilige Andreas mit dem Kreuz“, eine doppelseitige, bislang noch nie öffentlich ausgestellte Zeichnung von Parmigianino (1503–1540). Ein weiterer spektakulärer Fall ist eine Zeichnung, die aus mehreren Fragmenten wieder zusammengesetzt wurde. Gleichzeitig konnte sie als Werk von Dirck Hendricksz, genannt Teodoro d’Errico (1542–1618), für das Altarbild einer Kirche bei Neapel identifiziert werden.

Einige Werke erhielten eine neue Zuschreibung, wie etwa die mit raschen Federstrichen skizzierte Darstellung eines Engels von dem emilianischen Künstler Giovanni Francesco Bezzi, genannt Nosadella (ca. 1530–1571), von dem sich nur wenige Zeichnungen erhalten haben.

80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben ihre Erkenntnisse in einem Bestandskatalog zusammengetragen, der im Laufe des Jahres digital bei arthistoricum.net – ART-Books erscheint. Alle Werke sind in der Online-Collection der SKD abrufbar.

Die Ausstellung wurde gefördert durch: International Music and Art Foundation (IMAF) | Das Forschungsprojekt wird gefördert durch: The Getty Foundation, Ernst von Siemens Kunststiftung, Wolfgang Ratjen Stiftung

Landschaftsbilder im Albertinum 

Focus Albertinum: „Italien in Farbe. Landschaftsbilder des späten 19. Jahrhunderts“, 1. September 2026 bis 6. Juni 2027

Die eindrucksvollen Landschaften Italiens gelten seit Langem als Inspirations- und Kraftorte für Künstlerinnen und Künstler aus dem Norden. Ausgewählte Gemälde aus dem Bestand des Albertinum führen verschiedene Blicke auf das Sehnsuchtsland der Deutschen vor Augen – von Rudolf Schusters ebenso reduzierten wie ausdrucksstarken Darstellungen der römischen Campagna, über die stimmungsvolle Spätromantik eines Albert Rieger („Sommerabend in Venedig“), dem rauen Realismus Adolph Menzels („Piazza d’Erbe in Verona“) bis hin zum pittoresken Postkartenmotiv der dunstig schimmernden Küstenlandschaft Franz Richard Unterbergers.

 Kunstgespräche:

Capri-Bilder von Sophie Sthamer, 2. September 2026, 16 Uhr

Das Kolosseum in Rom. Gesehen von Max Klinger, 16. September 2026, 16 Uhr

Böcklin – eine Vorschau, 7. Oktober 2026, 16 Uhr

Ludwig Richter in Italien, 14. Oktober 2026, 16 Uhr

„La fotografia salva la mia pittura“ – Gerhard Richter und sein Beitrag für die Biennale in Venedig 1972, 5. November 2026, 17:30 Uhr

Treffpunkt: Lichthof

Pinocchio in der Puppentheatersammlung 

Näher hingesehen: Pinocchios Abenteuer auf der Puppenbühne, 1. Oktober 2026 bis 3. Januar 2027

Eigentlich sollte der „hölzerne Bengel“ Pinocchio am Galgen enden. Aber die Leserinnen und Leser der Zeitschrift „Giornale per i bambini“ beschwerten sich 1881 über dieses Ende. Der Autor Carlo Collodi musste die Geschichte Pinocchios weiterspinnen und so entstand ein literarischer Welterfolg. Anlässlich des 200. Geburtstags seines Schöpfers zeigt die Puppentheatersammlung Puppen und weiteres Material zum naiven und gutmütigen, aber auch leichtsinnigen Helden Pinocchio.

Sinfonie im Kulturpalast

 „Italienische“ Sinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy

Mendelssohns „Italienische“ Sinfonie Nr. 4 A-Dur sprüht nur so vor Elan und Lebensfreude. Inspiriert von italienischen Tänzen und südlichem Temperament war sie von Anfang an ein Erfolg, der bis heute nicht nachgelassen hat. Dalia Stasevska dirigiert die Dresdner Philharmonie.

Termin: www.dresdnerphilharmonie.de

Maskenball in der Semperoper

Ein Maskenball, ein Florentiner Hut, ein Leben für die Kunst und noch mehr italienische Musik

Auch im Dresdner Opernhaus sind italienische Kompositionen nicht wegzudenken: Mit dem vielschichtigen Werk „Un ballo in maschera“ vom Großmeister der Oper Giuseppe Verdi eröffnet die Semperoper am 4. Oktober ihren Premierenreigen der neuen Saison, während passend zum Ausstellungsprogramm in Giacomo Puccinis „Tosca“ die herzzerreißende Arie „Vissi d’arte“ erklingt oder der für seine Filmmusik für „Der Pate“ weltbekannte Nino Rota mit einem Damenhut für Verwirrung sorgt. Noch mehr ‚Viva l’Opera‘ ist in Dresden neben Werken dieser drei Maestros auch mit Opern von Ferdinando Paer, Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo zu erleben.

Termine: www.semperoper.de

 Alle Ausstellungen und Angebote finden sich unter www.skd.museum/bella-italia.


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