Wie geht es den Straßenkatzen in Sachsen?

Wohl und Auftreten von Straßenkatzen in Sachsen will eine Umfrage erfassen. Foto: Foto Koch

Wohl und Auftreten von Straßenkatzen in Sachsen will eine Umfrage erfassen. Foto: Foto Koch

Sie streichen umher, werden manchmal von Anwohnern "adoptiert", aber haben kein richtiges Zuhause. Freilebende Katzen gibt es überall. Nicht nur in Urlaubsländern wie Italien oder Spanien - auch in Deutschlang gibt es immer mehr Straßenkatzen. Die Frage ist: Wie gut geht es ihnen? Das soll eine Umfrage herausfinden - Sie können daran teilnehmen.

Straßenkatzen leiden im Verborgenen

Der Deutsche Tierschutzbund weiß: "Straßenkatzen in Deutschland leiden im Verborgenen. Sie sind meist scheu, leben auf verwilderten Grundstücken, verlassenen Fabrikgeländen oder Friedhöfen und meiden Menschen. Dadurch bleibt das Leid dieser Tiere für viele unsichtbar. Das Leid der Straßenkatzen ist ein bundesweites Problem."

Traurige Bilanz: 99 Prozent der Straßenkatzen sind krank, wenn Tierschutzvereine sie das erste Mal untersuchen lassen. Am häufigsten leiden die verwilderten Katzen unter Parasiten, Unterernährung und Infektionskrankheiten wie beispielsweise Katzenschnupfen. Bis zu 75 % des Katzennachwuchses von Straßenkatzen erreichen nicht den 6. Lebensmonat. Nicht zu unterschätzen ist: Bis zu 6 Jungtiere kann eine unkastrierte Katze pro Wurf bekommen. 

Schätzungen zufolge leben etwa zwei bis drei Millionen Streunerkatzen in Deutschland. 

Umfrage soll Situation der 

Mit einer Umfrage soll in Sachsen die Situation der freilebenden Katzen besser erfasst und gezielt unterstützt werden. Ziel ist es, fundierte und belastbare Daten zur Katzenpopulation in Sachsen zu erheben. Dabei geht es beispielsweise um Populationsdichte, geografische Verteilung sowie Gesundheitszustand freilaufender Katzen in Sachsen. Mittels der Umfrage kann ein umfassendes Bild der aktuellen Lage gewonnen und geeignete Maßnahmen zum Schutz und Wohl der Tiere entwickelt werden. Bis 14. Juli 2026 können Sie an dieser Umfrage teilnehmen. 

Sozialministerin Petra Köpping: "Das Schicksal der freilaufenden Katzen in Sachsen bewegt viele Menschen. Wir haben uns daher zu dieser Datenerhebung entschlossen. Wir können dann aufgrund objektiver Daten einschätzen, wo und in welchem Umfang Tierleid vorliegt und wie wir dem begegnen können. Das kann z.B. die Einführung einer landesweiten Katzenschutzverordnung zu sein. Wichtig ist mir aber auch, dass wir keinen neuen Bürokratieaufwand und Mehrkosten durch neue gesetzliche Regelungen schaffen."

Die sächsische Landestierschutzbeauftragte Carina Heinrich zieht Bilanz: "Bisher haben bereits viele Tierschutzvereine und einige private Tierschützer an der Umfrage teilgenommen. Im Zuge der laufenden Erhebung haben wir uns dazu entschlossen, die ursprünglich gesetzte Frist zu verlängern. So können wir noch besser sicherstellen, dass allen Beteiligten ausreichend Zeit zur sorgfältigen Prüfung und fundierten Beantwortung zur Verfügung steht. Auf diese Weise möchten wir eine umfassende und transparente Bearbeitung gewährleisten und eine möglichst breite Mitwirkung ermöglichen."

So können Sie an der Umfrage teilnehmen

Wer als privater Tierschützer oder Tierschützerin teilnehmen möchte: Die Umfragelinks sind bei den regionalen Tierschutzvereinen (TSV) oder dem Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes erhältlich. Alle engagierten privaten Tierschützer sind aufgerufen, sich an der Befragung zu beteiligen und so einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl zu leisten.

Die Umfrage besteht aus einem Frageteil und dem Meldeverfahren, in dem Umfrageteilnehmer die Orte in Sachsen auf einer Karte anklicken, an denen sich ihnen bekannte Populationen aufhalten. Weitere Fragebögen mit gezielten Fragen an den entsprechenden Personenkreis, wurden an die Veterinärämter, kommunalen Ordnungsämter und praktischen Tierärzte versandt.

Woran erkennen Sie eine Streunerkatze?

Nicht jede frei laufende Katze ist herrenlos. Der Tierschutzverein Dresden erklärt, woran Sie eine Streunerkatze erkennen: 

  • sind abgemagert
  • haben unbehandelte Wunden oder ein zerzaustes Fell
  • Streunerkatzen sind meist nicht so gut mit den Menschen sozialisiert
  • sind sehr scheu

Was tun, wenn ich eine streunende Katze sehe?

  • Bevor ein fremdes Tier angefüttert wird, ganze prüfen, ob es einen Besitzer hat
  • Tierheime und Tierschutzorganisationen können Vermisstenanzeigen entsprechend durchsuchen und können prüfen, ob das Tier einen Microchip/ Transponder besitzt
  • ist die Streunerkatze nicht als vermisst gemeldet,  Fund anzeigen
  • Ist das Tier krank, abgemagert oder verletzt, Tier einem Tierarzt vorgestellten oder Tierschutz informieren
  • Sollte sich das Tier nicht einfangen lassen, kann man den örtlichen Tierschutz kontaktieren und eine Lebendfalle ausleihen

Ihre Daten sind uns wichtig, und wir würden gerne Cookies verwenden, um Ihren Besuch auf unserer Seite verbessern zu können.