Projekt "Nette Toilette" erleichtert Senioren, mobil zu sein

Wenn die Blase drückt: Das Seniorenprojekt "Nette Toilette" sorgt für Sicherheit beim Spaziergang und bei Erledigugen. Foto: Pexels/Jan van der Wolf

Wenn die Blase drückt: Das Seniorenprojekt "Nette Toilette" sorgt für Sicherheit beim Spaziergang und bei Erledigugen. Foto: Pexels/Jan van der Wolf

Wenn die Toilette fehlt, wird Rausgehen zur Hürde. DRK-Seniorenzentrum IMPULS startet Projekt „Nette Toilette“ in Dresden-Pieschen. Senioren entwickeln gemeinsam mit der Stadt Lösungen für mehr öffentlich zugängliche Toiletten.

Ein Stadtbummel, der Einkauf oder ein Spaziergang durch Pieschen: Was für viele selbstverständlich ist, wird für ältere Menschen mitunter zum Problem. Denn wer unterwegs dringend eine Toilette benötigt, findet nicht immer eine. Aus Sorge, im entscheidenden Moment keine Toilette zu erreichen, verlassen manche Senioren ihre Wohnung seltener.

Seniorenzentrum gibt Impulse

Das DRK-Seniorenzentrum IMPULS will das ändern. Gemeinsam mit dem Hochbauamt der Landeshauptstadt Dresden startet es das Projekt „Nette Toilette“.

Am 29. Oktober 2026 von 14 bis 16 Uhr gründet sich dafür im DRK Seniorenzentrum auf der Bürgerstraße 6 eine Projektgruppe, in der Senioren selbst aktiv werden.

 Die Idee ist einfach: Statt neue öffentliche Toiletten zu bauen, sollen bereits vorhandene WCs im Stadtteil für alle zugänglich gemacht werden. Dafür kommen nicht nur öffentliche Einrichtungen wie das Rathaus oder Bibliotheken infrage, sondern auch Vereine, soziale Einrichtungen, Kirchen, Geschäfte und andere Gewerbetreibende. Wer sich beteiligt, stellt seine Toilette kostenlos zur Verfügung. Ein Aufkleber im Eingangsbereich soll künftig darauf hinweisen.

 Eine zentrale Rolle übernehmen die Besucher des DRK-Seniorenzentrums IMPULS. Sie kennen Pieschen, seine Wege und Einrichtungen. Dieses Wissen soll in die Suche nach geeigneten Standorten einfließen. Gemeinsam mit dem Hochbauamt wollen sie erfassen, welche Toiletten bereits vorhanden sind und welche Einrichtungen sich für eine Teilnahme gewinnen lassen.

 Die Standorte sollen anschließend über Flyer sowie möglichst über den Themenstadtplan der Landeshauptstadt Dresden unter www.dresden.de und das Portal www.dresden-barrierefrei.de veröffentlicht werden.

Nette Toiletten-Projekt -   ein Modellprojekt? 

 Anders als in der Dresdner Neustadt, wo sich die „Netten Toiletten“ auf einen Verbund von Gaststätten stützen, setzt das Pieschner Projekt auf ein breiteres Netzwerk unterschiedlicher Einrichtungen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt sollen vorhandene Ressourcen genutzt und die Kosten möglichst gering gehalten werden.

 Das Vorhaben könnte über den Ortsteil hinaus Bedeutung gewinnen. Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, das sich auf andere Dresdner Stadtteile und Begegnungs- und Beratungszentren übertragen lässt. Für die Umsetzung ist ein Zeitraum von mindestens vier Monaten vorgesehen. Je nach Entwicklung kann das Projekt auch mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen.


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