Die Stiftung Wald in Sachsen blickt auf eine 30-jährige Erfolgsgeschichte. Foto: Stiftung Wald für Sachsen/Tobias Wagner
Fünf Millionen Bäume, rund 1500 Hektar neuer Wald und mehr als 1000 Pflanztermine: Das ist die Bilanz der Stiftung Wald für Sachsen 30 Jahre nach ihrer Gründung.
Zum Jubiläum hat die Stiftung weitere 1000 Weißtannen im Kommunalwald Geyer gepflanzt. Die Aktion steht stellvertretend für drei Jahrzehnte Engagement in allen Teilen Sachsens.
„Die Stiftung Wald für Sachsen leistet seit 30 Jahren einen ganz wichtigen Beitrag, um neue Waldflächen zu schaffen und den Waldumbau vor dem Hintergrund der sich verändernden klimatischen Bedingungen voranzubringen. Zugleich macht die Stiftung immer wieder auch darauf aufmerksam, wie wichtig langfristig stabile und artenreiche Wälder für uns alle sind“, so Ministerpräsident Michael Kretschmer.
Oliver Fritzsche, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Wald für Sachsen: „Wer heute einen Baum pflanzt, denkt in Jahrzehnten. Genau das macht die Arbeit der Stiftung Wald für Sachsen so wertvoll. Fünf Millionen gepflanzte Bäume sind ein starkes Ergebnis und zugleich ein Auftrag, weiterzumachen. Denn ein widerstandsfähiger Wald ist eine Investition in die Zukunft unseres Freistaates.“
Der Geschäftsführer der Stiftung Wald, Henrik Linder, bringt es auf den Punkt: „Jeder Baum zählt. Wenn viele Menschen einen Baum spenden, können wir gemeinsam neue Flächen aufforsten und bestehende Wälder stärken. Unsere Weißtannen in Geyer sind deshalb mehr als eine Jubiläumspflanzung. Sie stehen stellvertretend für unsere Arbeit, mit der wir auch künftig neue Wälder schaffen, geschädigte Flächen wiederbewalden und Sachsens Wälder an die Folgen des Klimawandels anpassen wollen.“
Seit ihrer Gründung im Jahr 1996 arbeitet die Stiftung gemeinsam mit Unternehmen, Forst- und Landwirtschaftsbetrieben, Kommunen, Vereinen, Schulen und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern daran, neue Waldflächen in Sachsen zu pflanzen. Ziel ist die Schaffung von naturnahen und strukturierten Mischwäldern, welche zukünftig die vielfältigen Waldfunktionen erfüllen werden. Schwerpunkte bilden dabei unter anderem Bergbaufolgelandschaften, Ballungsräume und Hochwasserentstehungsgebiete.
Drei Beispiele für Waldprojekte
Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge, Gemeinde Pirna, OT Pratzschwitz
Zur Sicherung aller ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Waldfunktionen wird in der Gemeinde Pirna Pratzschwitzseit 2022 ein neuer, stabilerLaub-Mischwald gepflanzt. Auf 0,68 ha wurde mit 2.870 standortgerechten und klimastabilen Bäumen und Sträuchern aufgeforstet. Fünf Jahre lang belibt die Fläche umzäumt und wird gepflegt, um die Aufforstung zu sichern.
Landkreis Meißen, Stadt Gröditz, Gemarkung Nieska
Nach dem Großbrand 2025 in der Gohrischheide besteht großer Handlungsbedarf für die Wiederaufforstung in zahlreichen Kleinprivatwäldern außerhalb des NSG. Als Spendenprojekt steht eine weitgehend vorbereitete Fläche von rund 1,0 ha nahe der OL Nieska zur Verfügung. Ab Herst 2026 soll das Areal mit mindestens 3.000 Laubbäumen und Sträuchern, darunter Stieleiche, Winterlinde, Vogelkirsche, Spitzahorn, Feldahorn, Schlehe und Weißdorn, per Hand bepfanzt werden.
Landkreis Nordsachsen, Gemeinde Liebschützberg, Gemarkung Dürrenberg
Nach Sturm und Borkenkäferbefall entsteht seit 2022 in der Gemeinde Liebschützberg ein standortgerechter und klimastabiler Mischwald. Auf ca. 4,0 ha wurden 14.255 standortgerechten Bäumen und Sträuchern gepflanzt. Bodenarbeiten, Schutz der Setzlinge durch Zäune und Einzelschutz sowie eine jährliche mechanische Kulturpflege bis in dieses Jahr hinein runden das Projekt ab.
Ein ganz besonderes Projekt: der Caspar-David-Friedrich Wald
Anlässlich des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich (CDF), der 2024 gefeiert wurde, starten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gemeinsam mit der Stiftung Wald für Sachsen ein umfangreiches Wiederaufforstungsprojekt in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz. Zu Ehren des großen Künstlers der Romantik wurden Spenden für die Entstehung eines drei Hektar großen Caspar-David-Friedrich-Waldes am Rande des Nationalparks gesammelt.
Melancholische, weite und offene Landschaften, hoch aufragende Fichten und knorrige Eichen in der Dämmerung oder im Mondlicht bestimmen das Werk von CDF. Seine Inspiration fand der Künstler insbesondere auf seinen Wanderungen in der Natur. Vor allem in der Sächsischen Schweiz lassen sich bis heute viele Orte finden, die in Friedrichs Zeichnungen und Gemälde eingeflossen sind, seien es die Sandsteinfelsen im „Wanderer über dem Nebelmeer“, der Pfad, auf dem die „Zwei Männer in Betrachtung des Mondes“ wandelten, oder die Steinformationen, die schon zu Friedrichs Zeiten das „Felsentor im Uttewalder Grund“ rahmten. Manchmal sind diese Landschaften bis heute verblüffend gleichgeblieben. Anderenorts haben Faktoren wie der Klimawandel und die Monokultur zu erheblichen Waldschäden geführt.
Nun sollen zwei Waldgebiete wiederbelebt werden: direkt am Malerweg am sogenannten Bärengarten der Stadt Hohnstein, in dessen Nähe CDFs „Skizzen aus dem Schinderloch“ entstanden sind. Weitere Flächen liegen un weit im Hohensteiner Stadtwald, wo Borkenkäfer den früheren Fichtenwald zum Absterben gebracht haben. Auf beiden Flächen wächst seit der ersten Pflanzung 2024 ein vielfältiger Mischwald auf, vorwiegend mit Traubeneichen, Hainbuchen, Winterlinden, Flatterulmen, Weißtannen und Eiben.
Sie möchten an den Waldprojekten mitwirken?
Das können Sie - als Privatperson wie auch als Unternehmen - bereits durch eine Spende ab 5 Euro. Die MIndestspendenhöhe liegt für Untrenehmen bie 100 Euro. Spenden können Sie ganz umkompliziert - einfach HIER klilcken. Weitere Informationen finden Sie unter www.mehr-wald-fuer-sachsen.de