Fünf Kandidaten: Wer wird "Vogel des Jahres 2027"?

Die Wasseramsel gehört zu den Kandidaten, die zum "Vogel des Jahres 2027" zur Wahl stehen. Foto: Wilfried Martin/www.naturgucker.de

Die Wasseramsel gehört zu den Kandidaten, die zum "Vogel des Jahres 2027" zur Wahl stehen. Foto: Wilfried Martin/www.naturgucker.de

Fünf Vogelarten stehen bei der Wahl zum "Vogel des Jahres 2027" zur Wahl: Kranich, Kolkrabe, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel. Geben auch Sie online ihre Stimme ab. Sie helfen damit, heimische Vogelarten in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.

Sie können den Vogel des Jahres wählen

Seit 1971 küren NABU (Naturschutzbund Deutschland) und LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) den Vogel des Jahres. Seit 2021 erfolgt dei Wahl öffentlich, stimmt ganz Deutschland über den Jahresvogel ab. Die Aktion hat vom "Baum des Jahres" bis zum "Höhlentier des Jahres" zahlreiche Nachahmer gefunden. Die Wahl zum "Vogel des Jahres 2026" gewann das Rebhuhn, es löste es den bis dahin amtierenden Hausrotschwanz ab.

Nun suchen beide Naturschutzorganisationen den Nachfolger des Rebhuhns und Sie können mitmachen. Bis zum 15. Oktober ist das digitale Wahlbüro geöffnet. Fünf Kandidaten treten zur Wahl an - jeder von ihnen bringt seine eigene Forderung zum Schutz unserer Natur mit. Unter www.vogeldesjahres.de könenn Sie ihre Stimme abgeben. 

Das sind die Kandidaten

Kandidat 1: Der Kranich

Kraniche sind in vielerlei Hinsicht besondere Vögel: Ihr Aussehen fällt auf, die Balz ist spektakulär, und der Kranichzug ist jedes Jahr ein besonderes Naturschauspiel. Mit lauten Rufen ziehen sie in großen Keilformationen am Himmel entlang und versammeln sich mit mehreren tausend Tieren an den Rastplätzen. In Deutschland befinden sich solche Rastplätze vor allem im Norden und Nordosten. In den letzten Jahrzehnten hat sich beim Brutvorkommen hierzulande ein positiver Bestandstrend entwickelt.

Vorkommen in Sachsen: In Sachsen brüten schätzungsweise 200 bis 250 Kranichpaare in feuchten Niederungen und geschützten Heideregionen - im Dubringer Moor,  in der Muskauer Heide, in den Königsbrück-Ruhlander Heiden, in der Düben-Dahlener Heide und im Riesa-Torgauer Elbtal. n der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft machen die Zugvögel alljährlich Rast. 

Rastende Kraniche. Foto: Stephanie Lübbecke/www.naturgucker.de.
Rastende Kraniche. Foto: Stephanie Lübbecke/www.naturgucker.de.

Daran ist er zu erkennen: Der Kranich ist größer als ein Weißstorch. Sein Gefieder ist überwiegend in einem hellen Blaugrau. Auffällig sind die langen, schwarz zulaufenden Schirmfedern, die buschig über den Bürzel hinausragen. Kopf und Hals sind schwarz-weiß, und auf dem Kopf befindet sich eine unbefiederte rote Kappe. Der Mantel ist während der Brutzeit rostbraun gefärbt.

Kandidat 2: Der Kolkrabe

Der große schwarze Vogel taucht schon seit jeher in Mythen und Märchen auf. Sein geheimnisvolles und beeindruckendes Äußeres hat es uns schon immer angetan. Zudem wissen wir heute, dass der Kolkrabe sehr sozial und intelligent ist. Im nebligen oder dämmrigen Wald klingt sein tiefes „kroak“ noch viel beeindruckender. Den imposanten schwarzen Vogel, der im Flug häufig segelt, treffen Sie  vor allem in Waldnähe an.

Vorkommen in Sachsen: Der als Totenvogel und Götterbote bekannte Kolkrabe ist die am weitesten verbreitete Rabenart und ist in ganz Sachsen beheimatet.

Daran ist er zu erkennen: Das Gefieder der Kolkraben ist komplett schwarz, mit einem grün-blau-violett schimmernden Metallglanz. Auch der kräftige Schnabel und die Beine sind schwarz. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht.

Kandidat 3: Die Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe gehört zum typischen Bild und auch zur Geräuschkulisse der ländlicheren Umgebung. Da sie ihre Nester direkt an Felswänden oder höheren Gebäuden baut, ist sie eher in Städten und Kleinstädten unterwegs als in der offenen Landschaft oder in kleinen Dörfern. Mit der Rauchschwalbe teilt sie sich zwar bei der Futtersuche einen Lebensraum, sie nisten aber an unterschiedlichen Orten. Die Mehlschwalbe ist bei uns Sommerbotin, ihre Rückkehr läutet die warme Jahreszeit ein.

Verbreitung in Sachsen: Der Atlas „Brutvögel in Sachsen“ verzeichnet rund 35.000 bis 70.000 Brutpaare. Die Bestände der Mehlschwalben gehen jedoch anhaltend zurück. In Sachsen erfolgte deshalb bereits die Einstufung in die Vorwarnliste.

Mehlschwalben auf der Futtersuche. Foto: Bärbel Franzke
Mehlschwalben auf der Futtersuche. Foto: Bärbel Franzke

Daran ist sie zu erkennen: Die Mehlschwalbe ist etwas kleiner und kompakter als die Rauchschwalbe. Der kurze Schwanz ist breit gegabelt. Oberseite und Flügel sind schwarz, wobei Kopf und Rücken metallisch blau glänzen. Unterseite und Bürzel leuchten weiß. Die Kehle des Männchens ist rein weiß, die des Weibchens wirkt etwas schmutzig.

Kandidat 4: Der Trauerschnäpper

Der Trauerschnäpper ist in ganz Deutschland verbreitet und gern in Wäldern und baumreichen Gegenden unterwegs. Dem ruffreudigen und auffällig gezeichneten kleinen Vogel werden Sie bestimmt schon einmal begegnet sein. Mit dem ähnlichen Halsbandschnäpper geht er im Überschneidungsgebiet auch gerne Mischehen ein.

Vorkommen in Sachsen: Das Vorkommen in Sachsen wird vom Leipziger Stadtverband der Kliengärtner auf 15.000 bis 30.000 Brutpaare geschätzt. 

Trauerschnäpper - Foto: Oskar Jungklaus/www.naturgucker.de
Trauerschnäpper - Foto: Oskar Jungklaus/www.naturgucker.de

Daran ist er zu erkennen: Das Männchen ist im Prachtkleid graubraun bis schwarz gefärbt, das Weibchen ist dunkelbraun. Die Unterseite sowie die Kehle sind strahlend weiß. Am Schnabelansatz ist ein großer weißer Fleck, wie auch an den Armschwingen. An den Handschwingen ist zudem eine kleine weiße Zeichnung, wie ein kleines Komma, das ihn vom Halsbandschnäpper unterscheidet.

Kandidat 5: Die Wasseramsel

Die Wasseramsel ist stark an Gewässer gebunden und der einzige einheimische Singvogel, der tauchen und schwimmen kann. Ihr überwiegend braunes Gefieder ist sehr dicht und somit perfekt an die aquatische Lebensweise angepasst. Sie brütet vor allem in Mittel- bis Süddeutschland in der Nähe von geröllreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen im Wald- und Bergland. Dort kann man sie mit ein bisschen Glück bei einer Wanderung entdecken.

Vorkommen in Sachsen: Stabile Vorkommen an Brutpaaren finden sich im Nationalpark Sächsische Schweiz, im Polenztal, im ZIttauer Gebirge, an Bächen im Vogtland und der Oberlausitz.

Daran ist sie zu erkennen: Die Wasseramsel hat eine eher kompakte Gestalt. Ihr Gefieder ist an der Oberseite schiefergrau bis dunkelbraun. Der Kopf und die Unterseite sind rotbraun. An der Kehle, Brust und am Kinn ist das Gefieder weiß.

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