Das ehrenamtliche Engagement zur Erhaltung der Kulturdenkmale ist gelebtes Miteinander, Teilhabe und Demokratie vor Ort, ganz konkret wie hier auf dem Eliasfriedhof in Dresden Foto: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sven Pank)
In ganz Sachsen setzen sich Bürgerinnen und Bürger mit großem Einsatz dafür ein, historische Gebäude, Gärten und ortsbildprägende Bauwerke zu bewahren und zu pflegen. Das würdigte der erste bundesweite Ehrentag am 23. Mai.
"Ohne Ehrenamt gäbe es die sächsische Denkmalpflege nicht", betont der Sächsische Landeskonservator Alf Furkert. "Seit über zwei Jahrhunderten lebt die Erhaltung unserer Kulturdenkmale vom Engagement der Menschen vor Ort – von ihrer Verbundenheit mit Geschichte, Heimat und kultureller Identität. Dank breitem Bürgerwillen, ehrenamtlichem Engagement und institutioneller Arbeit konnten vielerorts Kulturdenkmale als lebendiger Teil unserer Geschichte bewahrt werden – seien es das Residenzschloss und die Frauenkirche in Dresden, die Gründerzeitviertel in Leipzig oder die Umgebindehäuser der Oberlausitz."
Tausende Ehrenamtliche in Sachsen, in Vereinen organisiert oder eigenständig, richten Arbeitseinsätze aus, dokumentieren historische Bausubstanz, führen Besucher, arbeiten in Vereinen und unterstützen Sanierungsmaßnahmen. Ihr Einsatz stärkt nicht nur die Erhaltung historischer Gebäude, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander und die Identifikation mit der Region. Die Denkmalpflege lebt vom Zusammenspiel engagierter Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Vereinen, Fachbehörden und Institutionen.
"Denkmalpflege braucht engagierte Menschen. Kulturdenkmale lassen sich nicht allein durch Gesetze erhalten", weiß der Landeskonservator. "Ehrenamtliche leisten einen unschätzbaren Beitrag als Wissensvermittler, Forscher der Heimat und Botschafter unserer Baukultur."
Auch etablierte Kulturveranstaltungen wie der "Tag des offenen Denkmals" (13. September 2026) oder der "Deutsche Mühlentag" (alljährlich am Pfingstmontag) wären ohne das Ehrenamt in der Denkmalpflege nicht möglich.
Historischer Hintergrund
Bereits im frühen 19. Jahrhundert entstand die Denkmalpflege in Sachsen aus bürgerschaftlichem Engagement für die Bewahrung historischer Zeugnisse. Mit der Gründung des Königlich Sächsischen Altertumsvereins im Jahr 1825 unter der Schirmherrschaft von Prinz Johann wurde erstmals ein offizielles Gremium geschaffen, das sich dem Schutz geschichtlicher Altertümer widmete. Ziel war es, bedeutende Zeugnisse der sächsischen Geschichte zu erfassen, zu bewahren und öffentlich zugänglich zu machen – Aufgaben, die die Denkmalpflege bis heute prägen.
Die Forderung nach einer staatlich organisierten Denkmalpflege führte 1894 zur Gründung der Königlich Sächsischen Kommission zur Erhaltung der Kunstdenkmäler. Aus ihr ging 1917 das Landesamt für Denkmalpflege hervor. Da die personellen Kapazitäten von Beginn an begrenzt waren, spielten ehrenamtliche Vertrauensleute eine entscheidende Rolle. Sie begleiteten Arbeiten an Kulturdenkmalen vor Ort und hielten engen Kontakt zu den Fachbehörden.
Auch die Heimatschutzbewegung unterstützte die Denkmalpflege frühzeitig. Seit der Gründung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz e. V. im Jahr 1908 engagieren sich zahlreiche Ehrenamtliche für die Erhaltung historischer Bauwerke und Kulturlandschaften.
Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen ehrenamtliche Kreishelfer maßgeblich zur Erfassung der Kulturdenkmale in Sachsen bei. Viele von ihnen waren in Fachgruppen des Kulturbundes organisiert und arbeiteten eng mit den Denkmalbehörden zusammen.
Heute sind in der sächsischen Denkmalpflege rund 100 durch die Unteren Denkmalschutzbehörden berufenen ehrenamtlichen Denkmalpflegerinnen und Denkmalpflegern aktiv. Grundlage ihrer Tätigkeit ist § 7 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes. Die Ehrenamtlichen beraten und unterstützen die unteren Denkmalschutzbehörden sowie die Landesämter für Denkmalpflege und Archäologie. Ihr Einsatz reicht von der Begleitung denkmalpflegerischer Maßnahmen über die Erforschung regionaler Geschichte bis hin zur Vermittlung kultureller Werte an kommende Generationen.
Das ehrenamtliche Engagement zur Erhaltung der Kulturdenkmale ist gelebtes Miteinander, Teilhabe und Demokratie vor Ort, ganz konkret. Dies verdient höchste Anerkennung und braucht auch weiterhin Unterstützung seitens Politik und Verwaltung.
Wer sich selbst engagieren möchte, findet Informationen bei den unteren Denkmalschutzbehörden sowie auf den Internetseiten des Landesamtes für Denkmalpflege und des Landesamtes für Archäologie.
Anregungen für ein eigenes Ehrenamt finden Sie auch HIER.