"Zeckenimpfung" wird in Sachsen empfohlen

Wer viel in der Natur ist, sollte sich vor Zecken schützen - auch mit einer FMSE-Impfung. Foto: Freepik

Wer viel in der Natur ist, sollte sich vor Zecken schützen - auch mit einer FMSE-Impfung. Foto: Freepik

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat elf von dreizehn Landkreisen und Kreisfreien Städten in Sachsen als FSME-Risikogebiet ein gestuft. Das heißt: In diesen Gebieten können Zecken Menschen mit einer Frühsommer-Meningoenzephalitis infizieren. Eine Schutzimpfung wird daher empfohlen.

Wann wird ein Landkreis zu einem Risikogebiet erklärt?

Zu FSME-Risikogebieten werden Regionen erklärt, in denen für Einwohner oder Besucher mit Zeckenkontakt ein Erkrankungsrisiko besteht. Dieses Risiko wird aus den Fallzahlen der Vorjahre errechnet. 

"Das Risiko einer Erkrankung steigt auch in Sachsen. Nahezu flächendeckend ist der Freistaat als Risikogebiet ausgewiesen. Wir wissen aber auch, wie wir der Gefahr effektiv begegnen können – und zwar mit Hilfe einer sicheren und verträglichen Impfung. Bitte nutzen Sie dafür die Möglichkeit der Beratung bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt", sagt Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Im Jahr 2025 kamen im Freistaat Sachsen insgesamt 48 Erkrankungen an FSME zur Meldung. Die Infektionsorte lagen bei 45 Erkrankten sicher in Sachsen, zwei Patienten infizierten sich in Bayern, ein Patient in der Slowakei. 30 der Erkrankten (63 %) litten nur unter grippalen Krankheitszeichen und Kopfschmerzen während 18 Patienten eine Entzündung des Gehirns bzw. seiner Häute aufwiesen. Bis auf drei Personen waren die Patienten nicht oder unvollständig geimpft. Die Auswertung der über die kassenärztliche Vereinigung in Sachsen abgerechneten Impfdosen zeigt, dass im Jahr 2024  nur ca. 19,5 % der sächsischen Bevölkerung über einen ausreichenden Impfschutz gegen FSME verfügten.

Wie hoch ist das Risiko einer Erkrankung? 

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Frühsommer-Meningoenzephalitis zu erkranken, ist verhältnismäßig gering. Es wird geschätzt, dass selbst in Risikogebieten nur 0,1 bis maximal 5 % aller Zecken das FSME-Virus in sich tragen. Das heißt: nur etwa jede 100. Zecke. Außerdem kommt es nur bei 10 % der Zeckenstiche auch zur Infektion. Selbst dann verläuft eine Infektion  in 70 bis 95 % der Fälle ohne Symptome. 

Welche Symptome können auftreten?

Wenn Krankheitszeichen auftreten, so sind dies etwa eine Woche nach dem Zeckenstich zunächst grippeähnliche Beschwerden und meist bleibt es auch dabei.

In einigen wenigen Fällen kommt es aber zu schweren Verläufen. Nach einem beschwerdefreien Intervall können dann ein bis drei Wochen nach der Infektion hohes Fieber, Entzündungen des Gehirns und seiner Häute, Lähmungen und komatöse Zustände auftreten. Die Zahl der schweren Verläufe steigt mit dem Lebensalter. 10 bis 20 % der Patienten leiden unter Folgeschäden und ca. 1 % der Betroffenen verstirbt an dem schweren Verlauf der Erkrankung.

Da keine speziell wirksame Therapie zur Verfügung steht und im Krankheitsfall nur die Symptome behandelt werden können, bleibt neben der Vermeidung von Zeckenstichen beim Aufenthalt im Freien durch entsprechende Kleidung und die Verwendung von Repellents (auf die Haut aufgetragenen Schutzmitteln, die Zecken vertreiben bzw. fernhalten) die Schutzimpfung als einzige und sicherste wirksame Prophylaxe.

Wann tritt die Frühsommer-Meningozephalitis auf?

Der Begriff Frühsommer-Meningoenzephalitis lässt vermuten, dass die Erkrankung nur im Frühsommer auftritt. Da Zecken ab Temperaturen von ca. 7 Grad Celsius aktiv werden, stimmt dies nicht. Normalerweise dauert die "Zeckensaison" in Deutschland vom Frühjahr bis in den Spätherbst hinein (im Schnitt von März bis Oktober). Bei kälterer Witterung fallen Zecken in eine Art Starre, an milden Wintertagen können sie jedoch trotzdem aktiv sein und zustechen. Der Begriff Frühsommer beruht darauf, dass die Krankheit in diesem Zeitraum erstmals beschrieben wurde.

Wann ist eine Impfung sinnvoll?

Wohnen Sie im Risikogebiet und sind oft in der Natur unterwegs oder haben ein Haustier, das Zecken mit in Ihr Zuhause bringen kann, sollten Sie über eine Impfung nachdenken, um sich vor schweren Erkrankungen zu schützen.

Die Impfung ist gut verträglich und sehr wirksam. Für eine komplette FSME-Impfung werden drei Injektionen benötigt, wobei die ersten beiden Impfungen regulär im Abstand von ein bis drei Monaten durchgeführt werden sollten. Eine dritte Impfung nach weiteren fünf bis zwölf Monaten schließt die sogenannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Schutz für mindestens drei Jahre. Nach vollständiger Impfung kann bei 99 Prozent der Geimpften mit einem Schutz vor FSME gerechnet werden. Auffrischimpfungen werden alle 3 bis 5 Jahre empfohlen. Die Kosten der Impfung tragen die gesetzlichen Krankenkassen.

Fragen Sie Ihren Hausarzt nach einem Impftermin. Hinweise und Infos finden Sie auch unter www.impfen-info.de.

Oder Sie nehmen Kontakt auf zur Impfstelle in Dresden (Adresse: Am Brauhaus 8). Sprechzeiten: Montag 8 bis 12 Uhr (mit Termin), Dienstag 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr (ohne Termin*), Donnerstag 9 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr (mit Termin), Freitag 8 bis 12 Uhr (mit Termin).

Bitte beachten Sie: an terminfreien Sprechtagen (Terminvereinbarung nur für Reiseberatungen notwendig) ist eine Anmeldung von 9 bis 11 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr möglich. Bei außergewöhnlichem Andrang kann der Anmeldeschluss bereits auf 16 Uhr vorverlegt werden.

Mehr über Zecken, FSME-Risiko und den Unterschied zu einer Borreliose-Erkrankung können Sie HIER nachlesen.


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