Sonderhotline gegen Lärm

Welche Lautstärke können wir unserem Körper zumuten? Foto: Freepik

Welche Lautstärke können wir unserem Körper zumuten? Foto: Freepik

Das Landesumweltamt schaltet am 29. April 2026 von 13 bis 17 Uhr ein Bürgertelefon an.

Das Landesumweltamt schaltet am "Tag gegen Lärm" - am 29. April - eine Sonderhotline von 13 bis 17 Uhr an. Betroffenen und Hilfesuchende können sich unter der Telefonnummer 0351 2612 5252 mit ihrem Anliegen an Experten wenden.

Tag gegen Lärm

Der "Tag gegen Lärm" ist eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik e. V. und steht in diesem Jahr unter dem Motto "Der Sound von morgen". Unsere akustische Umwelt verändert sich. Die Verdichtung des städtischen Raums bedrängt die Lebensqualität und das gesunde Wohnen, die Forderung nach mehr Elektromobilität im Zusammenhang mit Klimaschutz und Hitzebekämpfung sowie die akustische Bedrohung durch Drohnen stehen im Fokus der gesellschaftlichen Debatte. Die Nutzung von Verkehrsmitteln wie E-Autos, E-Bikes und E-Bussen sowie die Unterstützung von lärmbewusstem Verhalten können sich positiv auf die akustische Umwelt und Optimierung von Lebenssituationen auswirken. Zur Diskussion steht, Synergieeffekte von Klimaschutz und Lärmschutz gezielt zu nutzen und neue akustische Lebensräume zu gestalten. Durch die technologische Entwicklung fallen manche Lärmquellen weg, aber es kommen auch neue hinzu. Letztlich muss die Umwelt so gestaltet werden, dass wir sich alle darin wohlfühlen.

Die Deutsche Gesellschaft für Akustik ruft am "Tag gegen Lärm" dazu auf, um genau 14.15 Uhr für 15 Sekunden still zu sein.

Der „Tag gegen Lärm – International Noise Awareness Day“ (TGL) findet seit 1998 in Deutschland statt und ist eine Aktion der Deutschen Gesellschaft für Akustik. Dieser Tag ist seit 29 Jahren zeitlich mit dem „International Noise Awareness Day“ (USA) abgestimmt. Die Awareness, d.h. die Aufmerksamkeit und die Sensibilisierung bezogen auf Lärm und seine Wirkungen sind national und international das Thema. 

Lärm als Gesundheitsrisiko

Lärm ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko, das weit über Gehörschäden hinausgeht. Er wirkt als chronischer Stress-Auslöser, der Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Bluthochdruck), Schlafstörungen, psychische Belastungen (Stress, Nervosität) und kognitive Leistungseinbußen fördert. Bereits ab ca. 6dB tagsüber steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. 

Das Bundesumweltministerium warnt: Aufgrund der Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien wird befürchtet, dass Dauerbelastungen über etwa 65 Dezibel am Tag zu einem erhöhten Gesundheitsrisiko führen können. Nachgewiesen wurden Änderungen in Stoffwechsel und Hormonhaushalt, Änderung der Gehirnstromaktivität, aber auch schlechter Schlaf und Stresssymptome wie Hormonausschüttung. Langfristig kann dies zu hohem Blutdruck und Herzinfarkt führen.

Ab einem Pegel von 85 Dezibel (A) wird über die genannten Wirkungen hinaus das Gehör geschädigt. Bei kurzen Geräuscheinwirkungen, etwa durch Hammerschläge, Knallkörper oder bei kurzem Hören sehr lauter Musik, kommt es zu einer zeitweiligen Hörschwellenverschiebung. Davon erholt sich das Ohr nach einer Zeit der Ruhe wieder. Bei langandauernden Einwirkungen sehr lauter Musik, Maschinenlärm oder Knallen über 120 Dezibel  kommt es zu einer dauerhaften Hörschwellenverschiebung, die sich als Schwerhörigkeit äußert. Dabei werden die sehr feinen Härchen der Haarzellen im Innenohr geschädigt.

Verbraucherinformationen zum Thema Lärmschutz finden Sie HIER

Wie laut ist unsere Umwelt?

Die Lautstärke von Geräuschen wird in Dezibel (dB) gemessen

0–20 dB: Sehr leise (Hörschwelle, ruhiges Zimmer)

30–40 dB: Leise (Flüstern, Blätterrauschen, ruhige Wohnstraße)

50–60 dB: Normal (Unterhaltung, Zimmerlautstärke)

70–80 dB: Laut (Großraumbüro, lauter Straßenverkehr)

85–100 dB: Sehr laut / Lärm (Lkw, Disco, Motorsäge)

110–130 dB: Schmerzhaft (Sirene, Düsenjäger)

Wie laut wir bestimmte Geräusche empfinden, hängt neben dem Schalldruckpegel auch von der Tonhöhe ab. Besonders empfindlich ist das menschliche Gehör beispielsweise in dem Tonhöhenbereich, in dem sich Gespräche oder leider auch das Schnarchen abspielen. 

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