Patienten können vertrauen: Die Arbeit von Apothekern wird regelmäßig überprüft. Foto: Landesdirektion Sachsen
Apotheken geben nicht einfach nur täglich an Tausende Patienten Medikamente aus. Sie sind viel mehr. Sie beraten, stellen Salben & Co. selbst her, unterstützen mit Serviceangeboten vom Blutdruckmessgeräte-Check bis zur Grippeschutzimpfungen den Erhalt oder die Verbesserung unserer Gesundheit. Wir vertrauen der Apotheke - und das mit Recht. Denn Apotheken werden regelmäßig kontrolliert.
Im Auftrag der Landesdirektion Sachsen (LDS) war in dieser Woche der Apotheker Dr. Dima Kuzmenkaim Norden von Leipzig als Kontrolleur unterwegs. Er ist einer von derzeit 26 ehrenamtlich tätigen Pharmazieräten, die im Turnus von zwei bis vier Jahren Apotheken in ganz Sachsen auf Herz und Nieren prüfen.
Im Freistaat Sachsen gibt es derzeit rund 900 Apotheken.
90 Prozent der insgesamt 295 Inspektionen im Jahr 2025 führten die ehrenamtlich tätigen Pharmazieräte durch – alle weiteren Kontrollen übernahm die Landesdirektion.
"Unsere ehrenamtlichen Pharmazieräte sind unverzichtbarer Teil der sächsischen Apothekenlandschaft. Mit ihrer Arbeit tragen sie zu einer sicheren Arzneimittelversorgung in unserem Freistaat bei", betont LDS-Präsident, Béla Bélafi. "Trotz vieler Herausforderungen meistern die sächsischen Apotheken die hohen Anforderungen mit Bravour. Sie wachen Tag und Nacht für die Qualität der benötigten Medikamente - egal ob Kopfschmerztablette, Fiebersaft oder Blutdrucksenker."
Lokale Apotheken erfüllen viele wichtige Aufgaben: Sie beraten zu Wirkstoffen, Dosierungen und Wechselwirkungen, versorgen Seniorenheime mit Arzneimitteln, portionieren und verpacken diese. Sie bieten Schutzimpfungen an, führen Botendienste durch und ermöglichen Medikamentenabholungen außerhalb der Öffnungszeiten. In ländlichen Regionen oder in dringenden Fällen sind sie oft der einzige Sofortversorger.
Apotheker kontrollieren den eigenen Berufsstand
Durch ihre Berufstätigkeit bringen die Pharmazieräte Praxiserfahrung und Fachkompetenz in die Inspektionstätigkeit ein. Damit tragen sie entscheidend zur Effektivität der Apothekenüberwachung bei. Sie überprüfen jedoch nicht nur, sondern treten mit ihren Kolleginnen und Kollegen zugleich in einen Erfahrungsaustausch.
Die sachverständigen Apotheker kontrollieren die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wie Lagerung, Dokumentation, Herstellung sowie den Umgang mit Arznei- und Betäubungsmitteln. Auch die Räumlichkeiten, Ausstattungen und der Einsatz des Fachpersonals werden geprüft.
Apotheken helfen bei Lieferkrisen
"Die Apotheke vor Ort ist weit mehr als eine Ausgabestelle für Medikamente. Neben der persönlichen Beratung übernimmt sie eine zentrale Rolle bei der individuellen Versorgung – insbesondere durch die eigene Arzneimittelherstellung. So können Apotheken auch bei Lieferengpässen schnell reagieren. Damit diese patientenindividuellen Arzneimittel höchsten Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Unbedenklichkeit entsprechen, wird ihre Herstellung im Rahmen der Apotheken-Inspektionen regelmäßig überprüft", beschreibt der Freiberger Pharmazierat, Dr. Dima Kuzmenka, seine Aufgabe.

Eine Vielzahl von Medikamenten wie Lösungen, Emulsionen, Suspensionen, Salben, Cremes, Gele, Pasten, Kapseln, Pulver, und Zäpfchen werden in zum Teil individuellen Dosierungen in Apothekenlabors in kurzer Zeit hergestellt. Während der Corona-Pandemie waren es zum großen Teil Desinfektionsmittel, im Jahr 2023 aufgrund eines Lieferengpasses antibiotikahaltige Säfte für Kinder.
Apotheken stehen unter Dauerbelastung
Die sächsische Landesapothekenkammer bilanziert: im zurückliegenden Jahr gaben in Sachsen 18 Apotheken ihren Betrieb auf, bei nur fünf Neueröffnungen. 2024 schlossen 27 Apotheken – erstmals ohne eine einzige Neugründung. Derzeit gibt es im Freistaat noch 867 öffentliche Apotheken. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind 122 Apotheken aus dem sächsischen Versorgungsnetzwerk verschwunden.
„Geschlossen haben vor allem jene Apotheken, die dem anhaltenden finanziellen Druck nicht mehr standhalten konnten. Genau aus diesem Grund sind in den vergangenen Jahren bereits sehr viele Apotheken vom Markt verschwunden. Für die verbleibenden Apotheken hat sich die wirtschaftliche Lage jedoch nicht verbessert, ganz im Gegenteil: Die strukturellen Probleme bestehen unverändert fort.“, erklärt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes.
„Die wachsende Schere zwischen Leistung und Vergütung ist auf Dauer nicht tragfähig und wird zwangsläufig zu weiteren Schließungen führen. Die Antwort darauf kann nicht sein, dass wir zuerst am Leistungsumfang oder der qualifizierten Beratung für Patienten sparen. Ich wünschte, die Verantwortliche würden endlich erkennen, dass wir uns damit nur noch mehr Probleme schaffen, statt welche zu lösen.“, so Dittrich.
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