Blick ins Stadtmuseum Meißen. Foto: Stadtmuseum Meißen/Daniel Bahrmann
Die Jubilläumsausstellung "125 Jahre in Exponaten" lädt seit Ostern ins Stadtmuseum Meißen ein. Und das Theater Meißen macht auf sein 175-jähriges Bestehen aufmerksam.
Das Stadtmuseum Meißen besteht – unter wechselnden Namen – nun bereits seit 125 Jahren. Seit seiner Eröffnung nutzt es die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters als Domizil. Die Geschichte des Klosters ist noch deutlich länger und wechselvoller als die des Museums: Es wurde um 1258 gegründet, die heute als Ausstellungsgebäude genutzte spätgotische Hallenkirche wurde 1457 geweiht.
Bis 15. November 2026 zeigt das Stadtmuseum Meißen unter dem Titel „125 Jahre in Exponaten“ eine Vielzahl an besonders seltenen, schönen und außergewöhnlichen Ausstellungsstücken, die in den unterschiedlichen Phasen der Museumsentwicklung gesammelt wurden. Im Ausstellungszeitraum gewährt zudem eine Kabinettausstellung des Freundeskreises "Theater Meißen mit Zukunft " einen ersten Ausblick auf ein weiteres Jubiläum: Das Theater Meißen feiert in der kommenden Spielzeit seinen 175. Geburtstag!
Insgesamt lassen sich also sage und schreibe 300 Jahre Bühnenkunst und Stadtgeschichte in der aktuellen Ausstellung erkunden.
Zur Geschichte des Stadtmuseums
Mit Einführung der Reformation 1539 wurde das Franziskanerkloster aufgelöst, die Klausurgebäude wurden in eine Lateinschule umgewidmet. Die Klosterkirche war bis Ende des 18. Jahrhunderts Filialkirche der Stadtpfarrei und Begräbnisstätte für Meißner Bürger. Im 19. Jahrhundert wurde sie Zollniederlage und Lagerraum der Wollkämmerei. Dafür wurden auch Zwischenböden in den Kirchenraum eingezogen. Die obere Etage baute man zum Turnboden aus. Hier fand noch Schulturnen statt, später nutzten ihn die Turnvereine „1846“ und „Frisch Auf!“.
Im Kreuzgang richtete der Verein für die Geschichte der Stadt Meißen bereits 1892 eine Ausstellung historischer Grabdenkmäler ein. Sie stammten vor allem vom ehemaligen Stadtfriedhof, dem heutigen Käthe-Kollwitz-Park und waren dort vom Verfall bedroht. Mit den Denkmälern und weiteren Exponaten aus der Stadtgeschichte eröffnete der Verein 1901 im zweiten Obergeschoss, dem bisherigen Turnboden, sein Altertumsmuseum – der Beginn des Stadtmuseums Meißen. Wenige Jahre später entstand die Idee, die Darstellung der Meißner Stadtgeschichte thematisch weiter auszubauen.
Von 1931 bis 1934 wurde die Kirche großzügig umgestaltet und das Museum nutzte für seine Ausstellung fortan das halbe Erdgeschoss, das erste Obergeschoss und im zweiten Obergeschoss einen galerieartigen Umgang.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden wichtige Teile der Sammlung ausgelagert, um sie vor Schäden zu schützen. Trotzdem gab es große Verluste beim Sammlungsgut. Durch die Sprengung der Elbbrücken im April 1945 wurde zudem das Museumsgebäude stark beschädigt. Nach den Reparaturarbeiten wurde es unter dem heutigen Namen „Stadtmuseum“ ab 1947 wiedereröffnet – zunächst provisorisch mit zwei Kunstausstellungen und ab 1948 mit einer stadtgeschichtlichen Ausstellung.
Wegen Einsturzgefahr musste das Gebäude 1986 wieder geschlossen werden, die Sammlung wurde zeitweise ins alte Gefängnis auf dem Burgberg ausgelagert. Auf umfangreiche bauarchäologische Untersuchungen und Festigungen des Baugrundes 1988/89 folgte ab 1991 die dreistufige Rekonstruktion: 1996 konnte das Neogotische Haus wiedereröffnet werden, 1997 der Kreuzgang und Ende 1999 die Klosterkirche als dritter Teil.
Heute bietet der Rundgang durch das Haus in mehreren offenen Etagen einen Abriss der Meißner Stadtgeschichte und auf dem Weg durch die Epochen auch das Architekturerlebnis einer spätgotischen Hallenkirche und eines mittelalterlichen Kreuzganges.
Die Vielfalt an musealen Objekten in der Sammlung spiegelt seit der Gründung auch Phasen der jüngeren Meißner Stadtgeschichte wider. Exponate wie Gemälde, Skulpturen, keramische Objekte, Hausrat verschiedener Epochen, Tierpräparate, eine nachgestaltete Winzerstube, historische Plakate und vieles mehr zeigen unterschiedliche Sammelphasen und -Schwerpunkte und lassen die Museumsentwicklung greifbar werden.
175 Jahre Theater Meißen - Kabinettausstellung im Stadtmuseum
Das Theater Meißen, die älteste Kultureinrichtung der Stadt, feiert im Jahr 2026 das 175. Gründungsjubiläum. Am 13. November 1851 schlug die Geburtsstunde der hiesigen Spielstätte im Gewandhaus. Fortan erfreute es Theaterbegeisterte aller Altersgruppen mit einem vielfältigen Repertoire. Bis 1963 existierten sogar ein eigenes Ensemble und ein Stadtorchester. Nur insgesamt fünf Jahre musste das Theater den Spielbetrieb zwangsläufig aussetzen, so geschehen am Ende des 2. Weltkrieges für ein Jahr sowie 2002 und 2013 für jeweils zwei Jahre wegen der Elbeflut und nachfolgenden Sanierungen.
Die lange 175-jährige Theatergeschichte wird in einer kleinen Kabinettausstellung im Stadtmuseum präsentiert. Neben sechs großen Bannerfahnen und Auslagen in Vitrinen schaffen visuelle Kostümspiele und Aushänge eine besondere Theater-Atmosphäre in der Franziskanerklosterkirche.
Nächste Veranstaltungen im Stadtmuseum:
15.4.2026 & 28.10.2026 | 17 Uhr: Führung durch die Sonderausstellung
24.5.2026 | ab 10 Uhr: Internationaler Museumstag
30.5.2026 | ab 18 Uhr: Lange Nacht Meißen. Kunst | Kultur | Architektur
Erster Dienstag im Monat | jeweils 16 Uhr: Führung durch das Museumsdepot
8.7 & 12.8.2026 | 10 Uhr: Familienführung Von Aalkorb bis Zwiebelmuster
Weitere Infos unter www.stadt-meissen.de.
Öffnungszeiten des Stadtmuseums: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr
Eintrittspreise: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro, Zuschlag bei Führungen: 2 Euro