Kamelienhaus öffnet für Besucher

Vor dem Kamelienhaus im Pillnitzer Schlosspark sind schon die Schneeglöckchen erblüht. Foto: Antje Heinze

Vor dem Kamelienhaus im Pillnitzer Schlosspark sind schon die Schneeglöckchen erblüht. Foto: Antje Heinze

Ab 28. Februar öffnet das Kamelienhaus im Pillnitzer Schlosspark für Besucher. Täglich von 10 bis 17 Uhr kann dann die Blütenpracht der berühmtesten und sehr alten Pflanze des Parks bestaunt werden.

Naturschauspiel Kamelie

Der Frühling steht in den Startlöchern. Nicht nur Krokusse und Schneeglöckchen zeigen ihre zarten Blütenspitzen auf den Wiesen im Schlosspark, auch die über 250 Jahre alte Pillnitzer Kamelie legt ihr leuchtend rotes Blütenkleid an. Die ersten der zehntausenden prall gefüllten Kamelienknospen sind bereits geöffnet und jeden Tag werden es mehr.

Mit den zunehmenden Temperaturen und längeren Tagen wird die Blüte bald vollends in Gang sein. Den Besucher erwartet zur Hauptblüte Mitte März ein Blumenmeer aus karminroten, nicht duftenden, glockenförmigen Blüten, welches den neun Meter hohen Kamelienstrauch mit einem Kronendurchmesser von zwölf Metern bedecken wird.

Eine einzelne Kamelienblüte der Pillnitzer Kamelie, die als Älteste nördlich der Alpen gilt. Foto: Sandor Kotyrba
Eine einzelne Kamelienblüte der Pillnitzer Kamelie, die als Älteste nördlich der Alpen gilt. Foto: Sandor Kotyrba

Das Kamelienhaus, in dem die Pflanze überwintert, ist etwas ganz Besonderes: Es gibt auf der Welt kein anderes vergleichbares Schutzhaus. Das Glashaus ist zum einen mit zwei Besucheremporen ausgestattet, so dass Gäste die Blütenpracht auch von oben betrachten können.

Zum anderen ist das auf Schienen gelagerte Winterquartier fahrbar, damit die Pflanze im Sommer unter freiem Himmel stehen kann. Das Glashaus kann binnen einer Viertelstunde um einige Meter verschoben werden. Das 1992 errichtet Schutzhaus regelt automatisch Temperatur, Belüftung, Luftfeuchte sowie Beschattung. Die Konstruktion aus Stahl und Glas löste Holzhaus-Vorgänger ab und ist stolze 13,2 Meter hoch und 54 Tonnen schwer.

Die legendenumwobene Ankunft der Kamelie

Der Legende nach brachte der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg vier Kamelienpflanzen von seiner Japanreise 1779 in die königlich-botanischen Gärten Kew bei London. Ein Exemplar verblieb in Kew, die anderen drei sollen nach Hannover, Schönbrunn und Pillnitz weiter gegeben worden sein. Stimmt dies, wäre die Kamelie in Pillnitz die einzig überlebende Pflanze. Neueste genetische Forschungen können diese Thunberg-Legende zwar nicht belegen, klären leider aber noch nicht die genaue Herkunft.

Eines ist jedoch sicher: Bereits 1801 wurde die Kamelie durch den Hofgärtner Terscheck an ihrem heutigen Standort ausgepflanzt. Einer Schätzung nach ist sie rund 250 Jahre alt.

Gartenfreund werden

Die Kamelie kann täglich von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt kostet  fünf Euro. Im Ticketpreis inbegriffen ist ebenfalls der Eintritt in das Pillnitzer Palmenhaus am gleichen Besuchstag. Jedes Jahr werden in dieser Zeit Ableger der wohl berühmtesten Pillnitzer Pflanze im Besucherzentrum "Alte Wache" verkauft – ein kleines, aber ganz besonderes Stück Pillnitz für Zuhause.

Wer das gesamte Naturschauspiel dieses historischen Blütenwunders betrachten möchte, kann für 17 Euro die Pillnitzer Jahreskarte „Gartenfreund für 1 Jahr“ im Besucherzentrum erwerben. Damit steht beliebig vielen Besuchen der Kamelie, des Palmenhauses und des Schlossparks nichts mehr im Wege. Mehr Infos auch unter www.schlosspillnitz.de.  

Mehr zu Kamelien, zu deren Pflege, Ausstellungen und Kaufmöglichkeiten, lesen Sie HIER.

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